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Die Tempelanlage von Luxor gehört zu den größten und eindrucksvollsten von Ägypten. Gemeinsam mit den Götterbauten von Karnak, mit denen Sie über eine Sphingenallee verbunden ist, bildet sie ein bauliches Ensemble, das ein „must see“ für jeden Ägyptenreisenden darstellt.
Der altägyptische Name der Tempelanlage lautete „Ipt rst“ was mit „südlicher Opet“ oder „Ort der Abgeschiedenheit“ übersetzt werden kann. Die Ursprünge des Tempels, welcher dem Fruchtbarkeits- und Himmelsgott Amun-Re geweiht war, liegen bereits im mittleren Reich; jedoch erst unter Amenophis III, zur Zeit der 18. Dynastie, entstand der bis heute älteste erhaltene Bereich des Tempels. Dieser bildet heute den südwestlichen Abschluss der Anlage und besteht aus einem langrechteckigen Baukörper, in den zahlreiche Räume und Hallen integriert sind, diesem ist ein dreiseitig von Säulen umstandener Hof vorgelagert. Dieser frühe Tempel entspricht in seiner Form nicht dem üblichen Bauschema ägyptischer Heiligtümer, die architektonische Besonderheit führen Ägyptologen darauf zurück, dass in dieser Kultstätte das Opet-Fest gefeiert wurde, zu diesem Zweck wurden einmal alljährlich die Barken mit den Kultbildern der Götter des Tempels von Karnak unter tagelangen Festivitäten und Ritualen in den nahe gelegenen Tempel von Luxor überführt. Besonderes Augenmerk bei diesem Fest der Schöpfung und Erneuerung lag auf der Göttertriade bestehend aus Amun, seiner Frau Mut und dem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons.
Unter Amenophis IV., besser bekannt als Echnaton, dem Sohn Amenophis III., kamen die Arbeiten am Luxortempel zum Erliegen, da dieser Herrscher sich von der althergebrachten Amunverehrung abwandte. Erst mit Tutanchamun, dem Pharao dessen Grabstätte im Tal der Könige Weltruhm erlangte, erfuhr das Heiligtum einen weiteren Ausbau. Beginnend unter seiner Regentschaft bis hin zu Pharao Haremhab wurde die große Säulenkolonnade vollendet, die bereits unter Amenophis III. begonnen worden war.
Ramses II., der den Beinamen „der Große“ trägt, erweiterte den Tempel von Luxor, ausgehend vom Kolonnadenhof, nach Nordosten hin um einen großen Säulenhof und einen Pylon, den zwei Obelisken und zahlreiche Statuen schmückten. Die Gesamtlänge des Tempelkomplexes betrug zu dieser Zeit 254m. Von einer Portikus, welche unter dem kuschitischen Herrscher Schabaka vor dem Pylon entstand, ist nahezu nichts mehr erhalten. Zur Zeit der 30. Dynastie ließ Nektanebos I. einen Vorhof für den Tempel errichten, aus seiner Regierungszeit stammt auch die endgültige Gestaltung der Sphingenallee, die in Richtung Karnaktempel führt. Diese Prozessionsstraße war einst üppig mit Bäumen und Blumen geschmückt und beidseitig von hunderten Sphingen flankiert. Alexander der Große veranlasste im 4. Jh.v.Chr. einen Umbau des Tempelsanktuars (dieses befindet sich im ältesten Tempelteil, errichtet unter Amenophis III.).
Unter römischer Regentschaft, vom 4. bis zum 6. Jh.n.Chr., existierte ein Militärlager mit dem ägyptischen Tempel als Kernstück, dessen Überreste heute noch gut sichtbar sind. Später entstanden mehrere christliche Kirchen auf dem Tempelgelände, sowie die Abu el-Haggag- Moschee, die bis heute genutzt wird. Sie befindet sich auf dem Areal des Hofes, der unter Ramses II. erbaut wurde.
Das Heiligtum von Luxor ist auf den Tempel von Karnak, nach Nordosten hin, ausgerichtet da es mit diesem in engem religiösen Zusammenhang stand. Die Bautätigkeiten über Jahrhunderte hinweg bedingten einen ungewöhnlichen Grundriss mit mehreren voneinander abweichenden Achsen. Die Beschreibung der Tempelanlage erfolgt von Nordosten her, der moderne Besucher beschreitet zunächst die jüngsten Elementen der Anlage, die Sphingenallee und den Vorhof, entstanden im 4. Jh.v Chr.; er betritt den Haupttempel durch den Pylon und durchquert den großen Hof (beide errichtet unter Ramses II. im 13. Jh.v.Chr.) um zur großen Säulenkolonnade zu gelangen, die dem Ende des 14. vorchristlichen Jahrhunderts entstammt. Diese leitet weiter in den ältesten Bereich des Tempels, bestehend aus einem weiteren Säulenhof und einem Komplex mit den heiligsten Räumlichkeiten für die Götterbilder; beides erbaut auf Befehl von Pharao Amenophis III. im frühen 14. Jh.
Der Tempel von Luxor war über Jahrhunderte teilweise unter Massen von Sand und Siedlungsschutt begraben, das moderne Siedlungsniveau liegt mehrere Meter über dem des altägyptischen Tempels. Beginnend 1880 wurde der heilige Bezirk freigelegt, 1989 wurde ein im Boden eingelassenes Depot mit Dutzenden Herrscherstatuen entdeckt. Im November 2021 wurde die restaurierte Sphingenallee feierlich wiedereröffnet.
Eine 2,7km lange, mehrere Meter breite mit Sandstein gepflasterte Prozessionsstraße verbindet den Luxortempel mit der Tempelanlage von Karnak. Die Prachtstraße wurde einst „wi.t ntr“-„Weg des Gottes“ genannt, da zu festlichen Anlässen die Götterfiguren in ihren Barken unter anderem auf diesem Weg in prächtigen Prozessionen präsentiert wurden. Die Anlage der beidseitig von Tierfiguren gesäumten Verbindungsstraße geht bereits auf Amenophis III. zurück, ihre endgültige Form erhielt sie jedoch erst Jahrhunderte später unter Nektanebos I. im 4. Jh.v.Chr.
Während Teile der zum Karnaktempel führenden Allee bis in unsere Zeit sichtbar blieben, erfolgten Wiederentdeckung und Ausgrabung des lange verschütteten und durch Grundwasser gefährdeten Abschnitts der unmittelbar vor dem Luxortempel gelegenen Allee erst von 1949 an. Dabei konnten Ägyptologen drei Arten von Statuen ausmachen, die einst beidseitig der Straße aufgestellt waren, der älteste Typus geht auf die Regentschaft Amenophis III. zurück und zeigte Widderstatuen (der Widder war das heilige Tier des Amun, der Gott selbst konnte in dieser Tiergestalt dargestellt werden). Unter Tutanchamun wurden Sphingen, Mischwesen aus Löwenkörper und Widderkopf, gefertigt. Der späteste Statuentyp stellt Sphingen mit Menschenkopf dar, Nektanebos I. ließ die Prozessionsstraße mit hunderten dieser Skulpturen säumen, zwischen ihnen wurden Blumen und Bäume gepflanzt. Zudem wurden sechs Barkenstationen entlang des Weges errichtet, wo die heiligen Götterschiffe während der feierlichen Umzüge Station machten.
Die eindrucksvolle Sphingenallee wurde auf ihrer gesamten Länge am 25. November 2021 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wiedereröffnet, von den einst 807 menschenköpfigen Sphingen und 250 Tierfiguren mit Widderkopf konnten rund ein Drittel bisher wiederentdeckt und aufgestellt werden.
Der Bereich vor dem Pylon Ramses II. wurde unter dem kuschitischen Pharao Schabaka zur Zeit der 25. Dynastie mit einer Portikus, gebildet aus zwanzig Säulen ausgeschmückt, die als Barkenstation diente. Von diesem Bau ist heute fast nichts mehr sichtbar, Teile seiner Architekturelemente wurden in römischer Zeit an anderer Stelle im Tempel als Füllmaterial wiederverwendet. Nektanebos I. ließ den Hof in Form eines Trapezes einfassen. Rekonstruiert wurde eine 1850 entdeckte Kapelle zu Ehren des Serapis, des hellenistischen Heil- und Fruchtbarkeitsgottes sowie der ägyptischen Muttergottheit Isis. Der Kultbau befindet sich direkt rechter Hand des Eingangs, wo die Sphingenallee auf den ummauerten Vorhof mündet. Das kleine Heiligtum wurde in römischer Zeit hauptsächlich aus Nilschlammziegeln erbaut, es besteht aus einem Hauptraum mit umlaufendem Säulengang und ist auf einem Podium von 12x8m errichtet worden. Das Eingangstor aus Sandsteinblöcken ziert eine Sonnenscheibe mit Uräusschlangen. Die Kultstatue der Göttin ist erhalten geblieben, lediglich der Kopf fehlt. Die griechische Weihinschrift am Tor nennt einen Lokalpolitiker (Dekurios) als Stifter, er widmete das Gebäude im Januar 126 n.Chr. dem römischen Kaiser Hadrian.
Ramses II. ließ den Tempel von Luxor um einen Hof und ein mächtiges Eingangstor, den Pylon, erweitern. Dessen zwei Türme sind je 24m hoch und weisen eine Breite von 65m auf. In jedem Turm befinden sich zwei hochrechteckige Aussparungen für Flaggenmasten.
Vor dem Pylon waren ursprünglich sechs Statuen aufgestellt, zwei Sitzstatuen aus Granit seitlich des zentralen Durchgangs, sowie pro Seite zwei Schreitstatuen Ramses II. Die kolossalen, 15,6m hohen Bildniss, des sitzenden Herrschers sind, wenn auch mit Beschädigungen, weitgehend erhalten. Ramses II. wird mit Nemes-Kopftuch, sowie der Doppelkrone Ägyptens dargestellt, er ist mit einem Schurz bekleidet, die Hände liegen auf den Oberschenkeln auf. Der Thron ist seitlich mit dem Symbol des Zusammenbindens der beiden Länderteile („sema-taui“) verziert, während auf dem Statuensockel gefesselte Gefangene abgebildet sind; darüber befindet sich die Titulatur des Herrschers. Zusätzlich sind auf beiden Oberarmen Hieroglyphen eingemeißelt. An den Oberschenkeln Ramses II. sind seine Frau Nefertari sowie eine seiner Töchter dargestellt.
Von den Schreitstatuen befindet sich heute lediglich noch ein Exemplar in situ, das zudem erhebliche Zerstörungen aufweist. Der Herrscher ist mit vorgesetztem linkem Bein dargestellt, er trägt die kegelförmige weiße Krone. In Relief ist seitlich am Bein Königin Merit-Amun dargestellt. Mutmaßlich usurpierte Ramses II. die vier Schreitstatuen, welche ursprünglich Amenophis III. darstellten. Von den übrigen drei Statuen sind lediglich Fragmente sowie Teile der Statuenbasen erhalten.
Dem Pylon und den Statuen vorgelagert standen einst zwei prachtvolle Obelisken, den Eingang rahmend. Der östliche (linke) von diesen befindet sich noch vor Ort. Er ist aus rotem Granit gefertigt, 25m hoch und rund 250t schwer. Allseitig sind je drei Reihen vertikale Hieroglyphenzeilen eingeschrieben, sie nennen die Namen Ramses II. und preisen seine Tätigkeit als Kriegs- und Bauherr. Oben wird der Obelisk mit einem einst vergoldeten Pyramidion abgeschlossen darunter befindet sich auf jeder Seite ein kleines Bildfeld, dass den Pharao in Anbetungshaltung vor dem Gott Amun-Re abbildet. Die Basis des Obelisken misst 2,50m im Quadrat. Sie ist an Front- und Rückseite mit vier plastisch gearbeiteten Pavianen verziert, die aufrecht stehend die Sonne anbeten, darunter befindet sich ein Inschriftenband.
Vom zweiten Obelisken existieren vor Ort in Luxor nur noch Teile der Basis. Er ist aus dem gleichen Gestein gefertigt, mit knapp 23m Höhe jedoch etwas kleiner als sein Gegenüber. Besagter Obelisk befindet sich heute an einem prominenten Standort: Dem Place de la Concorde in Paris; dorthin gelangte er aufgrund einer Schenkung der ägyptischen Regierung im Jahr 1836. Zum Austausch bekam der Regent Pascha Mohammed Ali eine Turmuhr im barocken Stil geschenkt, die in der Zitadelle von Kairo aufgestellt wurde .
Beide Pylontürme sind an Vorder- und Rückseite, sowie am Tordurchgang mit Bildszenen geschmückt, die jedoch keinen sonderlich guten Erhaltungszustand aufweisen. Die Abbildungen an den Vorderseiten stammen aus der Regentschaft Ramses II. und haben die Schlacht um die syrische Stadt Kadesch zum Thema, die im 5. Regierungsjahr des Herrschers (d.h. 1274 v.Chr.) stattfand. Der westliche Pylonturm bildet die Vorbereitungen der Schlacht ab, wie etwa Ramses II. beim Kriegsrat, sowie ein Verhör gefangener Kundschafter. Auf dem östlichen Turm ist das Schlachtgeschehen dargestellt. Die Festung Kadesch ist abgebildet, sowie der Pharao auf seinem Streitwagen als Bogenschütze, letztlich zudem zahlreiche zur Flucht gewendete Hethiter. Die Sockelzone beider Türme ist an den Vorderseiten mit Inschriftenzeilen überzogen, welche die Schlacht beschreiben und den Sieg Ramses II. preisen.
Durch den Pylon gelangt man in den vorderen Innenhof des Luxortempels, der unter Ramses II. erbaut wurde. Er ist 57x51m groß und allseitig von je zweireihig angeordneten Säulen umgeben, insgesamt 74 Stück, sie weisen die Form von Papyruspflanzen mit geschlossenen Kapitellen auf. Links vom Eingang befindet sich heute die Abu el-Haggag Moschee, rechts davon eine Barkenkapelle. Neben dem Haupteingang über den Pylon existiert an den Seiten des Hofes je ein Zugang, ein weiterer Durchgang leitet an der Rückseite zur Säulenkolonnade und damit tiefer in den Tempel weiter. Der ramessidische Festhof, wo sich anlässlich der alljährlichen Feierlichkeiten die Menschen versammelten, ist mit etlichen Statuen Ramses II. geschmückt. Die Umgebungsmauer ist leider nur noch zum Teil und nicht auf gesamter Höhe erhalten, bzw. in Abschnitten von der Abu el-Haggag Moschee überbaut worden. Der Hof ist an seinen Innenseiten mit religiösen Reliefs verziert (eines davon gibt die Tempelfassade mit Pylon, Statuen und Obelisken wieder), wohin auf den Außenseiten Kriegszüge Ramses II. darstellt werden.
In der nordwestlichen Hofecke, an der Rückwand des westlichen Pylonturms, befindet sich eine Kapelle, die auf ein früheres Heiligtum, errichtet unter Königin Hatschepsut, zurückgeht. Architekturteile davon wurden von Ramses II. usurpiert und für den heute sichtbaren Kultbau wiederverwendet. Er war der Göttertriade von Theben, dem Hauptgott Amun, seiner Gemahlin Mut und dem gemeinsamen Sohn Chons geweiht. Das Heiligtum steht auf einer niedrigen Basis und weist an seiner Front vier feine Säulen in Papyrusbündelform auf, die den mit Inschriften versehenen Architrav tragen. Hinter der Säulenfront befinden sich drei längliche Räume, wo die heiligen Barken, welche die Kultbilder der Götter enthielten, im Rahmen von religiösen Feierlichkeiten Station machten. Mittig befindet sich die Kapelle von Amun, davorstehend links die von Mut und rechts die des Chons. Alle Kapellen sind mit Reliefs verziert, die des Amun weist zudem eine Scheintür an der Rückwand auf.
Zur Zeit der Fatimiden (969-1171) wurde auf dem Areal des Luxortempels, im Bereich des Hofes Ramses II., eine Moschee erbaut, sie beginnt wenig hinter dem Pylon und steht über der südöstlichen Umfassungsmauer des Hofes. Die Moschee ist dem Heiligen Yussuf Abu el-Haggag geweiht und entstand auf den Ruinen einer koptischen Kirche, zur Zeit der Erbauung war das Bodenniveau des altägyptischen Tempels bereits rund 5m hoch von Sandmassen verschüttet. Die Moschee beinhaltet eine dreischiffige Bethalle sowie das Grab von Abu el-Haggag. Sie verfügt heute über zwei Minarette: Das frühere ist aus ungebrannten Ziegeln erbaut und rund 30m hoch; bei einem Umbau im 20. Jh. wurde das moderne Minarett aus hellem Gestein hinzugefügt. Im Inneren des Gotteshauses haben sich Teile des ägyptischen Tempels in Form von Säulen und Architraven erhalten, was eine ungewöhnliche Mixtur ergibt; zudem bietet sich von der Moschee aus ein einzigartiger Blick auf den Luxortempel.
Ramses II. ließ den Tempelhof mit insgesamt elf Standfiguren ausschmücken, die zwischen den Säulen des hinteren, südwestlichen Bereichs aufgestellt wurden. Der Erhaltungszustand der Statuen ist unterschiedlich, teilweise sind nur Beine und Rumpf erhalten, andere Exemplare dagegen sind beinahe noch vollständig. Alle Bildnisse zeigen den Herrscher schreitend, mit vorgesetztem linkem Bein und mit Schurz bekleidet, ein Pfeiler an der Rückseite führt die Namen Ramses II. auf. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Statuen trotz der angeführten Gemeinsamkeiten kein einheitliches Bild ergeben, sie unterscheiden sich in ihrem Material (zehn sind aus Rosengranit gefertigt, eine aus schwarzem Granit) sowie in den Kopfbedeckungen des Herrschers. Auch die Basen fallen unterschiedlich aus, zudem sind bei neun der Plastiken neben dem Bein die typisch kleinformatigen Figuren je einer Königin hinzugefügt, bei zweien fehlen diese. Letztlich sind auch der Stil und die Höhe der Statuen nicht identisch. Ägyptologe erklären diese Befunde damit, dass Ramses II. fünf Statuen, die ursprünglich Amenophis III. darstellten in seinen neuen Hof verbringen und mit seiner Titulatur versehen ließ.
Zwei kolossale Sitzstatuen Ramses II. aus schwarzem Granit flankieren das Tor, welches vom Hof zum Säulengang führt. Sie erinnern in Ihrem klassischen Aufbau an die Plastiken vor dem Pylon. Der Herrscher wird thronend dargestellt, die Handflächen ruhen auf den Oberschenkeln. Er trägt Schurz, Nemes Kopftuch, die Doppelkrone sowie den Götterbart. In die Schultern sind Kartuschen eingemeißelt und am jeweils rechten Bein ist vollplastisch Königin Nefertari mit aufwändiger Krone dargestellt. Die Seitenflächen der Throne zeigen das Symbol des Zusammenbindens der beiden Länder, während die Statuenbasen mit Motiven von gefangenen Feinden sowie von Priestern geschmückt sind.
Auch an den Seitentoren des Hofes Ramses II. befand sich ursprünglich je ein Statuenpaar. Am Westtor haben sich Überreste von zwei Standstatuen erhalten, während sich die Bildnisse des Osttores heute im Metropolitan Museum in New York befinden. Dabei handelt es sich um zwei Königsplastiken aus Diorit, die Amenophis III. sitzend darstellen. Merenptah, der Nachfolger Ramses II., usurpierte diese Statuen.
Der Säulengang vor dem frühesten Tempel entstand zeitgleich mit diesem unter der Regentschaft Amenophis III. im 14. Jh.v.Chr., er besteht aus zwei Reihen von je sieben Papyrussäulen mit offenen Doldenkapitellen. Ursprünglich wurde der Gang beidseitig auf kompletter Höhe von Mauern eingefasst und war überdacht, lediglich durch Schlitze fiel schummriges Licht hinein. Die etwa 16m hohen Säulen sind bis heute gut erhalten, die Seitenwände stehen jedoch nur noch wenige Meter hoch und das Dach ist nicht mehr vorhanden. Die Ausmaße der eindrucksvollen Kolonnade betrugen einst 26m Länge, 10m Breite und 21m Höhe. Der Säulengang wurde erst beginnend mit Pharao Tutanchamun mit Reliefs an den Wänden verziert, zudem wurden auch erst ab dieser Zeit Statuen dort aufgestellt.
Die Bilder der inneren Wände der Kolonnade beziehen sich auf das Opetfest. Auf der Westseite wird der Weg der von Prozessionen begleiteten Götterbarken von Karnak nach Luxor dargestellt, sowie Zeremonien im Tempel. Auf der gegenüberliegenden Wand sind weitere Rituale im Luxortempel abgebildet sowie der feierliche Umzug zurück nach Karnak. Die Fülle an Bildern beinhaltet beispielsweise Musiker und Tänzer, Schlachtdarstellungen und Opfergaben, Schiffskorsos und Priesterprozessionen. Zentral erscheinen immer wieder die heiligen Barken sowie der König, der den Gottheiten Opfer darbringt. Der Stil der Darstellungen lässt sich der Nacharmana-Zeit, also den Herrschern Tutanchamun und Eje zuweisen. Die Königskartuschen zeigen jedoch den Namen Haremhabs, der diesen als Pharao nachfolgte und die Dekoration für sich usurpierte.
Im Säulengang sind zwei Statuengruppen und eine einzelne Statue aufgestellt, alle in überlebensgroßem Format. Die Doppelstatuen zeigen jeweils das Götterpaar Amun und Mut in sitzender Position, die Bildnisse sind nicht vollständig erhalten. Auch die einzelne Statue, welchen einen thronenden Pharao abbildet, weist größere Beschädigungen auf. Stilistisch sind alle Plastiken der späten 18. Dynastie zuzuordnen, Ramses II. ließ später seinen Namen darauf einschreiben.
Die Säulenkolonnade führt in den sogenannten Sonnenhof. Dieser ist dreiseitig von insgesamt 60 doppelreihig angeordneten Papyrusbündelsäulen umstanden, während die Rückseite von der Vorhalle des Tempelbaus gebildet wird. Die Ausmaße des Sonnenhofes betragen 45x51m, die umlaufende Umfassungsmauer ist bis auf wenige Überreste nicht mehr erhalten. Reliefs im Bereich des Hofes zeigen Amenophis III. vor den Göttern, allen voran dem Gott Amun-Re. Vereinzelt finden sich auch Darstellungen späterer Herrscher wie von Alexander dem Großen oder einem römischen Kaisers. Im Fundament des Hofes konnte 1989 ein Versteck mit 21 Statuen entdeckt werden, die in das Luxor-Museum verbracht wurden.
Durch den Hof betritt man den inneren Tempel Amenophis III., der mit einer vorgelagerten Säulenhalle beginnt, die 32 Papyrusbündelsäulen aufweist, je 16 zu Seiten des mittleren Hauptgangs. Die Außenmauern der Vorhalle sind nur noch fragmentarisch erhalten, Darstellungen darauf beziehen sich auf Amenophis III., abgebildet sind etwa dessen Krönung, wie er Tribute erhält und für die Götter opfert. Die Rückwand der Säulenhalle ist für schmale Kapellen durchbrochen, die Mut und Chons geweiht waren, der Hauptgang führte einst in einen Raum, dessen Dach von acht Säulen getragen wurde. Während des 4. Jh.n.Chr, zu der Zeit, als der Tempel Teil eines römischen Heerlagers war, wurde dort ein Ort für den Kult der Tetrarchen, der römischen Kaiser, geschaffen. Dieser existiert heute noch und besteht aus einer hohen bogenförmigen Nische (Apsis), die figürlich ausgemalt ist, sie wird von zwei Säulen aus rotem Granit eingefasst. Hinter dem Kaiserkultbereich befindet sich der viersäulige Opferraum, durch diesen gelangt man in das zentral gelegene Barkensanktuar. Das heilige Nilschiff der Hauptgottheit Amun, dass den Schrein trug, in dem sich die Kultstatue befand, wurde dort bei religiösen Feierlichkeiten aufgestellt. Alexander der Große ließ den Raum im 4.Jh.v.Chr. umgestalten und ein Sanktuar einbauen. Es ist mit Darstellungen dekoriert, die den makedonischen Eroberer als Pharao vor den Göttern darstellen. Nordöstlich vom Alexander-Sanktuar liegt ein Raum, der aufgrund seines Reliefschmucks als „Geburtssaal“ bezeichnet wird. Unter anderem sind die mythische Zeugung Amenophis III. durch den Gott Amun und seine Entbindung unter dem Schutz der Geburtsgöttinnen dargestellt. Hinter dem Barkensanktuar befindet sich die Sonnenhalle, die 12 Säulen aufweist, sie ist drei Kapellen vorgelagert, die den hinteren Abschluss des Tempels bilden. Der innere Tempel von Luxor, der unter Amenophis III. entstand, bildet einen verwinkelten Komplex aus zahlreichen Räumen und Kapellen, der in dieser Weise einmalig in der sakralen Architektur Ägyptens ist.