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Diese 24-tägige Reise folgt einem langen Bogen durch Ägypten: von den Pyramidenfeldern rund um Kairo über die stillen Weiten der westlichen Wüste bis zu den Tempeln und Gräbern am Nil in Mittel- und Oberägypten. Die Route verbindet ikonische Orte mit weniger bekannten Landschaften und rückt dabei stets die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen hier über Jahrtausende gelebt, geplant und geglaubt haben.
Sie beginnen zwischen den Monumenten des Alten Reiches – dem Pyramidenfeld von Gizeh, den Nekropolen von Sakkara und Dahschur sowie den Sammlungen der Hauptstadtmuseen. Anschließend führt der Weg hinauf auf das Wüstenplateau, in die Oasen von Bahariya, Dakhla und Kharga, vorbei an Friedhöfen, Tempeln und Lehmsiedlungen. Jede Etappe schlägt eine Brücke zwischen Landschaft und Überlieferung.
Entlang des Nils öffnen sich dann die Schauplätze der Amarna-Zeit, die Tempel von Abydos und Dendera, die Nekropolen von Theben sowie die Heiligtümer zwischen Esna, Edfu, Kom Ombo, Assuan und Abu Simbel. Eine mehrtägige Fahrt mit einer Dahabiya verbindet die einzelnen Besichtigungen zu einem zusammenhängenden Flusserlebnis. So entsteht Schritt für Schritt ein geschlossenes Bild von Ägypten – vom frühdynastischen Königsgrab bis zum Inseltempel im Staubecken des modernen Staudamms.
Die Reise ist studienorientiert, inhaltlich dicht und zugleich atmosphärisch angelegt: Frühlicht über Wüstenformationen, Abendrundgänge in Oasen, stille Stunden an Deck und konzentrierte Museumsbesuche greifen ineinander. Jeder Programmpunkt wird als eigenes Kapitel erzählt, sodass auch einzelne Abschnitte für sich gelesen werden können und dennoch immer Teil einer größeren Erzählung bleiben.
Nach der Landung in Kairo öffnet sich beim Transfer ein erstes Panorama der Metropole: dichte Wohnviertel, Brücken über dem Nil, leuchtende Reklametafeln, Minarette zwischen Beton und Glas. In der Ferne zeichnen sich bereits Silhouetten der Wüstenränder ab. Der Abend dient dem Ankommen, einem ersten Blick aus dem Hotelfenster, vielleicht einem kurzen Gang durch die Umgebung – eine behutsame Annäherung an eine Stadt, die die Reise mehrfach rahmt.
Zwischen Himmel und Sand – das Pyramidenfeld von Gizeh
Das Pyramidenfeld von Gizeh markiert einen frühen Höhepunkt der
Reise. Auf dem Plateau über der Stadt ragen die Cheops-Pyramide,
die Chephren-Pyramide und die Mykerinos-Pyramide aus dem
Wüstenrand, flankiert von der rätselhaften Sphinx. Schon der erste Blick
vom Plateau zeigt, wie eng Wüste, frühstaatliche Architektur und moderne
Großstadt hier zusammenrücken.
Der Rundgang führt an den gewaltigen Steinlagen vorbei, hinauf zu
Aussichtspunkten und in die Nähe von Aufschüttungen und Resten alter
Rampen. Eine Innenbegehung lässt den engen, ansteigenden Korridor, die
Grabkammer und die dichte Luft im Inneren körperlich spürbar werden.
Draußen weitet sich der Raum erneut, mit Blick zur Stadt und hinüber zur
Sphinx. So verdichtet sich ein Eindruck vom Anspruch des Alten Reiches und
vom Aufwand, der hinter diesen Königsgräbern steht.
Glas, Licht und Kolossalstatuen – das Grand Egyptian Museum
Das Grand Egyptian Museum (GEM) liegt in Sichtweite des
Pyramidenplateaus und öffnet einen modernen Zugang zur altägyptischen
Welt. Transparente Fassaden, großzügige Foyers und weite Treppenanlagen
schaffen Raum für gewaltige Statuen, Reliefblöcke und ausgewählte
Kostbarkeiten aus königlichen Gräbern. Der Übergang von der offenen Wüste
in diese klar strukturierte Museumsarchitektur verändert den Blick auf die
Monumente spürbar.
Zwischen Kolossalfiguren, fein gearbeiteten Statuen und kostbaren Objekten
entfaltet sich ein konzentrierter Querschnitt durch königliche
Selbstdarstellung, Handwerk und Kultpraxis. Sichtachsen verbinden Exponate
mit dem fernen Pyramidenfeld, erläuternde Texte ordnen Fundkontexte und
Datierungen ein. Das GEM wird zu einem frühen Bezugspunkt der Reise, an
den sich spätere Eindrücke aus Gräbern und Tempeln immer wieder
anschließen.
Stufen, Pyramidentexte und Südgrab – die Nekropole von Sakkara
Die weitläufige Nekropole von Sakkara präsentiert frühe Formen
monumentaler Grabbauten. Im Zentrum steht der Stufenkomplex des
Djoser mit seiner hohen Umfassungsmauer, Höfen und Säulengängen,
die eine klare Abfolge von Innen- und Außenräumen bilden. Schon der Weg
durch Portale und Höfe macht den experimentellen Charakter dieser Anlage
erfahrbar.
Bei der Unas-Pyramide führt ein schmaler Zugang in die Grabkammern,
deren Wände mit den berühmten Pyramidentexten bedeckt sind. Hier treten
religiöse Formeln und Jenseitsvorstellungen in fein gehauenen Hieroglyphen
direkt vor Augen. Das nahe Südgrab mit seinen unterirdischen Gängen
und Kammern ergänzt dieses Bild als symbolisches Königsgrab. In Mastabas
mit Alltagsszenen, Booten und Opferdarstellungen verdichtet sich
Sakkara zu einem Archiv des Lebens und des Totenglaubens im Alten
Reich.
Kuppeln, Moscheenhöfe und Basargassen – das islamische Kairo
Ein ganzer Tag ist dem islamischen Kairo gewidmet. Auf der
Zitadelle öffnen sich weite Blicke über Dächer, Kuppeln und Minarette.
Direkt unterhalb liegen die Sultan-Hasan-Moschee und die
Rifa‘i-Moschee einander gegenüber: zwei gewaltige Baukörper mit
hohen Portalen, Innenhöfen und Gebetshallen, in denen Steinarchitektur,
Licht und Gebetsnischen einen eigenen Rhythmus bilden.
Weiter südlich spannt die Ibn-Tulun-Moschee mit ihrem großen
Innenhof, Arkaden und freistehendem Minarett einen fast meditativen Raum
auf. In der Nähe des Basars liegt die Al-Azhar-Moschee, deren Höfe
und Studienräume bis heute als religiöses und geistiges Zentrum gelten. In
den Gassen rund um Khan el-Khalili folgen Werkstätten, Läden und
Kaffeehäuser dicht aufeinander, Kupferarbeiten, Stoffe und Gewürze bilden
ein farbiges Geflecht. Am Abend verleiht eine Derwisch-Tanzshow dem Tag
eine ruhige, kontemplative Klammer und stellt eine zweite Stadtkultur
neben die Welt der Pharaonen.
Zwischen Vitrinen und Mumiengalerie – die Museen Kairos
Zwei Häuser in Kairo ergänzen sich zu einem dichten Überblick über
das Pharaonenreich: das historische Ägyptische Museum am
Tahrir-Platz und das moderne
National Museum of Egyptian Civilization (NMEC). Im klassischen
Museum drängen sich Vitrinen, Statuen und Kleinobjekte in enger
Aufstellung, während das NMEC auf großzügige Räume und klare
Inszenierungen setzt.
Besonders eindrucksvoll ist die Mumiengalerie, in der die Sarkophage und
Körper bedeutender Herrscher in gedämpftem Licht präsentiert werden. Die
Kombination aus dichter Sammelatmosphäre im alten Haus und strukturierter
Präsentation im neuen Museum ermöglicht einen doppelten Blick: auf die
Geschichte der Forschung und auf zeitgemäße Vermittlung. Beide Stationen
bereiten die späteren Besuche in Tempeln und Nekropolen inhaltlich vor.
Formversuche und Palmenhaine – Dahschur und Memphis
Südlich von Sakkara liegt Dahschur mit seinen charakteristischen
Pyramidenformen. Die berühmte Knickpyramide zeigt mit ihrem
gebrochenen Neigungswinkel deutlich die Suche nach der idealen
Konstruktion, während die Rote Pyramide eine gleichmäßige,
souveräne Linienführung besitzt. Ein Fotostopp an der sogenannten
Schwarzen Pyramide ergänzt dieses Bild um eine weitere,
experimentelle Variante königlicher Grabbauten.
Inmitten von Palmenhainen und Feldern lagen die Reste der alten Hauptstadt
Memphis. Heute sind dort vor allem Statuenfragmente, Fundamentreste
und Steintafeln zu sehen, die auf politische und religiöse Bedeutung des
Ortes verweisen. Die Kombination aus offenen Wüstenflächen, Pyramiden und
grünen Oasenstreifen macht die Region zu einem wichtigen Bindeglied in der
frühen Geschichte des Landes.
Palmen, Hügel und Goldene Mumien – die Bahariya-Oase
Die Bahariya-Oase liegt wie ein grüner Teppich zwischen Felskuppen und Wüstenrändern. Ein kleines Museum und die berühmten Goldenen Mumien geben Einblick in die römische Präsenz in dieser Region. Auf dem Hügelzug Qaret Selim führt ein Weg zu den Gräbern des Panentiu und seines Vaters, deren Malereien und Dekorationen Vorstellungen vom Jenseits und vom sozialen Rang der Familie zeigen. Eine Kamelfarm, Aussichtspunkte wie Gebel Dist und Gebel Maghrafa sowie verstreute Siedlungsspuren machen sichtbar, wie sich Leben in der Oase über Jahrhunderte organisiert hat.
Langsame Stunden unter Dattelpalmen – ein freier Tag in Bahariya
Ein freier Tag in der Bahariya-Oase gehört bewusst zum Programm. Spaziergänge durch Palmenhaine, Besuche in Dattelfabriken und ein Bad in warmen Quellen lassen Raum für eigene Beobachtungen. Statt dichtem Besichtigungsrhythmus stehen Gespräche, Notizen im Schatten und Blicke auf Felder, Höfe und Lehmhäuser im Vordergrund. Die Oase wird zu einem Ruhepunkt, an dem sich bisherige Eindrücke ordnen.
Dunkle Hügel und helle Skulpturen – die Wüstentour von Bahariya nach Farafra
Zwischen Bahariya und Farafra entfaltet sich die westliche
Wüste als Abfolge markanter Landschaftsräume. In der
Schwarzen Wüste stehen dunkle Basalthügel wie Inseln aus Stein im
Sand, deren Kuppen bei kurzen Aufstiegen weite Ausblicke ermöglichen. Der
kleine Ort El Heiz mit Wasserstellen, Feldern und Spuren früher
christlicher Präsenz markiert ein stilles Zwischenkapitel.
Danach öffnet sich die Weiße Wüste mit ihren hellen
Kalksteinformationen, die Wind und Zeit zu Figuren, Pfeilern und
scharfkantigen Kanten geformt haben. Im wechselnden Licht von Nachmittag
und Abend verändern die Steinskulpturen fortwährend ihren Charakter. Eine
Übernachtung in dieser Landschaft – unter einem Himmel, der die
Milchstraße klar zeigt – gehört zu den eindringlichsten Momenten der
Reise, bevor der Weg im Umfeld der Oase Farafra endet.
Am Rand der Formationen – Farafra als Oasenort
Die Oase Farafra liegt am Übergang zwischen Wüstenformationen und bewässerten Feldern. Ein kompaktes Dorf, Palmenhaine, Viehgehege und einfache Höfe prägen das Bild. Spaziergänge durch die engen Gassen und entlang der Felder lassen erkennen, wie eng Wasser, Boden und Siedlung hier miteinander verwoben sind. Die Eindrücke der Weißen Wüste hallen nach, während der Alltag der Oase ruhig und konzentriert wirkt.
Lehmsiedlungen und Tempel – die Oase Dakhla
Die Oase Dakhla breitet sich als weites Becken mit Feldern, Dörfern
und Palmen aus. Im Ort Mut und in der Altstadt
El Qasr zeigen mehrstöckige Lehmbauten, schmale Gassen und
Holzbalkone eine dichte, vormoderne Siedlungsstruktur. Moschee, Speicher
und Wohnhäuser liegen eng beieinander, der Alltag spielt sich in
schattigen Durchgängen und kleinen Plätzen ab.
Archäologisch prägen die Gräber von Muzawwaqa und der Tempel von
Deir el-Hagar die Umgebung. In den Grabanlagen mischen sich
ägyptische und römische Stilmittel, im Tempel zeichnen Reliefs und
Inschriften religiöse Szenen nach. Die Kombination aus lebendiger
Oasenlandschaft und antiken Stätten macht Dakhla zu einem zentralen
Baustein der Wüstenroute.
Kuppelgräber und Wüstenhügel – die Oase Kharga
Die Oase Kharga wirkt moderner, doch auch hier verdichten sich
archäologische Zeugnisse auf engem Raum. Der spätantike Friedhof
El-Bagawat erstreckt sich mit zahlreichen Kuppelgräbern über ein
Hügelgebiet und erinnert an eine steinerne Kleinstadt. In manchen Kapellen
bewahren Malereien biblische Motive, die den Übergang in eine andere
religiöse Bilderwelt markieren.
Nicht weit entfernt steht der Hibis-Tempel, dessen Reliefs und
Inschriften Spuren persischer Herrschaftszeit und späterer Umbauten
tragen. Felder, Wüstenhügel und moderne Ortschaften rahmen die Anlage. In
Kharga treffen römische Verkehrswege, Garnisonsorte, christliche
Friedhöfe und altägyptische Tempel aufeinander – ein Mosaik, das die Rolle
der Oasen im überregionalen Netz sichtbar macht.
Stadt des Sonnenkults – Tell el-Amarna
In der Landschaft von Tell el-Amarna ließ Echnaton seine neue
Residenzstadt errichten. Die Fahrt vom Niltal in die weite Ebene macht den
Schritt in eine eigens dafür ausgewählte Landschaft spürbar.
Hausgrundrisse, Tempelreste und Straßenlinien deuten die einstige
Ausdehnung der Stadt zwischen Fluss, Feldern und Wüstenrand an; trotz der
Zerstörung bleibt die Dimension dieses Projekts erkennbar.
Die Felsgräber hochgestellter Beamter zeigen in Reliefs Hofszenen,
Opferhandlungen und Darstellungen des neuen Sonnenkults. Aus den
Grabeingängen fällt der Blick hinunter auf die Ebene, in der sich Paläste,
Wohnviertel und Kultbezirke zusammenschlossen. Tell el-Amarna steht
innerhalb der Reise für eine kurze Phase radikaler religiöser Neuordnung,
deren Spuren heute in einer stillen, weitgehend offenen Landschaft liegen.
Der Tag klingt am Nil in Al Minya aus, von wo aus die weiteren
Etappen Mittelägyptens beginnen.
Stadt am Fluss – Al Minya als Basis für Mittelägypten
In Al Minya erreicht die Reise erneut den Nil. Uferpromenaden,
Brücken und Wohnviertel prägen das Bild einer lebendigen Mittelstadt, in
der der Fluss Verkehrsachse, Aussichtspunkt und Arbeitsraum zugleich ist.
Am Abend spiegeln sich Lichter im Wasser, Lastkähne und Boote ziehen
langsam vorbei.
Die Stadt dient als Ausgangspunkt für die Besuche in der Amarna-Region.
Zwischen Uferstraße, Märkten und Wohnvierteln entsteht ein Eindruck vom
heutigen Leben in Mittelägypten, der die Ausflüge nach
Tell el-Amarna sowie nach Tuna el-Gebel und
Hermopolis in einen klaren Gegenwartsbezug stellt.
Königsgräber, Tierkult und Gelehrtenstadt – Mittelägypten
Von Al Minya aus führt der Weg an diesem Tag zunächst zurück nach
Tell el-Amarna, um die Eindrücke des Vortages zu vertiefen.
Gezielte Stopps an den Ruinen der Tempel und Paläste sowie ein Besuch der
Nordgräber runden das Bild der Echnaton-Zeit ab. Das Areal des
Königsgrabes in einem Seitental vermittelt einen Eindruck von der
besonderen Stellung des Herrschers in der Amarna-Theologie.
Anschließend führt die Fahrt nach Tuna el-Gebel, der Nekropole von
Hermopolis Magna. Hier erstreckt sich eine ausgedehnte Nekropole mit
unterirdischen Tiergalerien, monumentalen Grabfassaden und Kapellen. Die
langen Gänge, in denen einst unzählige mumifizzierte Ibisse und Paviane
lagen, machen die Bedeutung des Tierkults konkret. Oberirdische Grabbauten
spiegeln den Anspruch wohlhabender Familien der griechisch-römischen Zeit.
Nicht weit entfernt lag Hermopolis Magna, ein wichtiges religiöses
und administratives Zentrum. Fundamentreste, Mauern und verstreute Blöcke
deuten auf Tempel und öffentliche Gebäude hin. Zusammen verankern
Tuna el-Gebel und Hermopolis die Region fest in der
geistigen Landkarte der Reise.
Reliefteppiche des Osiris – der Tempel von Abydos
Der Tempel von Abydos gehört zu den eindrucksvollsten Sakralbauten
Oberägyptens. Die Anlage des Sethos I. besticht durch ausgewogene
Proportionen, klare Säulenstellungen und fein gearbeitete Reliefs. Beim
Betreten der Säulenhalle fallen farbige Szenen ins Auge, in denen der
König vor Göttern opfert, Prozessionen anführt und Rituale vollzieht.
Hinter den vorderen Räumen liegt der Saal mit der berühmten Königsliste,
in der Herrscher in geordneter Abfolge erscheinen. Weitere Kapellen und
Gänge führen tiefer in die Anlage hinein, in Räume, in denen das Licht nur
gedämpft einfällt. Abydos steht innerhalb der Reise für Kontinuität
und Erinnerung: als Kultzentrum des Osiris und als Ort, an dem
Herrschaftsgeschichte in Namen und Reliefreihen verdichtet ist.
Sternbilder im Sandstein – der Hathor-Tempel von Dendera
Der Hathor-Tempel von Dendera erhebt sich am Rand einer heutigen
Ortschaft, deren Häuser dicht an die Tempelmauern heranreichen. Innen
wirkt die Anlage wie ein steinernes Dach aus Deckenbalken, Säulen und
Reliefbändern. Besonders die Säulenhallen mit Hathor-Kapitellen und die
reich dekorierten Decken ziehen den Blick unweigerlich nach oben.
Kapellen, Nebenräume und Dachbereiche bewahren Darstellungen von
Sternbildern, Ritualszenen und mythologischen Erzählungen. Trotz späterer
Eingriffe hat Dendera seine Monumentalität und Geschlossenheit
bewahrt. Der Besuch zeigt anschaulich, wie eng Architektur, Kult und
astronomische Vorstellungen in einem einzigen Bauwerk verbunden sein
können.
Zwischen Kolossen und Werkstätten – Theben-West
Auf der Westseite des Nils breitet sich Theben-West mit seinen
Tempeln, Gräbern und Felshängen aus. Die Memnonkolosse markieren
wie stillstehende Wächter den Zugang zu dieser Landschaft, in der Felder
und Siedlungen direkt an die archäologischen Zonen heranreichen. Dahinter
liegt der Tempel von Medinet Habu, dessen Mauern, Höfe und
Säulensäle die Macht Ramses’ III. eindrucksvoll in Stein festhalten.
Im Dorf Deir el-Medina treten Häuser, Werkstätten und ein kleiner
Tempel des Handwerkerviertels zutage, in dem jene lebten, die an den
königlichen Gräbern arbeiteten. Inschriften und Reliefs geben Einblick in
Alltag, Berufsethos und Frömmigkeit dieser Gemeinschaft.
Theben-West verbindet königliche Repräsentation, Arbeitswelt der
Handwerker und Felstopografie zu einem komplexen Gesamtbild.
Konzentrierte Auswahl – das Luxor Museum
Das Luxor Museum setzt auf eine bewusst reduzierte, klar gegliederte Präsentation ausgewählter Stücke aus Theben und Umgebung. Statuen, Reliefs, Schreine und Funde aus Tempeln und Gräbern werden großzügig gestellt und sorgsam beleuchtet. Jede Vitrine erzählt eine kleine, gut lesbare Geschichte. Nach den weitläufigen Arealen von Ost- und Westufer bietet das Museum einen konzentrierten Blick auf die Höhepunkte der Region.
Prozessionswege am Ostufer – Luxor-Tempel, Sphinx-Allee und Karnak
Am Ostufer verbindet der Luxor-Tempel die antike Kultlandschaft
direkt mit der heutigen Stadt. Pylone, Höfe und Säulensäle liegen in
unmittelbarer Nähe von Straßen und Häusern. Am Abend betonen Beleuchtung
und Schatten die Reliefs und Kolonaden und schaffen eine besondere
Stimmung zwischen Altstadt und Tempelhof.
Nach Norden führt die rekonstruierte Sphinx-Allee in Richtung
Karnak. Dort breitet sich ein Komplex aus Höfen, Obelisken,
Kapellen und dem großen Säulensaal aus, in dem zahllose Papyrussäulen ein
steinernes „Wäldchen“ bilden. Eine abendliche Sound-&-Light-Inszenierung
im Karnak-Tempel legt Lichtachsen und Texte über Höfe und Säulen,
ohne die historische Substanz zu überdecken. Unterschiedliche Bauphasen
und Erweiterungen machen Karnak zu einem Archiv königlicher
Ambitionen, das den Abschluss des Theben-Aufenthalts am Ostufer bildet.
Intime Kammern und weite Ruinen – Königinnen, Ramesseum und Gräber der Noblen
Das Tal der Königinnen liegt etwas abseits der königlichen
Nekropole, eingebettet in stille Felsformationen. In ausgewählten Gräbern
leuchten intensive Farben und fein modellierte Figuren, die Nähe und Würde
der hier Bestatteten zum Ausdruck bringen. Der Raum wirkt kleiner, aber
nicht weniger eindrucksvoll.
Das Ramesseum, der Totentempel Ramses’ II., präsentiert sich als
weite Ruinenlandschaft mit Säulenreihen, Reliefs und Resten einer
monumentalen Königstatue. Die Gräber der sogenannten Noblen ergänzen das
Ensemble um Szenen aus Beamtenleben, Gärten und Kulthandlungen. Nach
diesem dichten Besichtigungstag kehren Sie an das Ostufer zurück, wo die
Dahabiya bereitliegt und den Übergang von der Standquartier-Reise zur
Flussreise markiert.
Treppen in die Tiefe – Tal der Könige und Terrassentempel der Hatschepsut
Von Bord der Dahabiya führt ein weiterer Ausflug erneut auf die
Westseite des Nils in das Tal der Könige. In ausgewählten Gräbern
leiten Treppen und Korridore hinab in Kammern, deren Wände mit Szenen aus
Unterweltsbüchern, Prozessionen und Schutzsymbolen bedeckt sind. Farben,
Linienführung und Raumabfolge lassen die Vorstellung vom Weg ins Jenseits
in klaren Bildern entstehen.
Der Terrassentempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari liegt
wie eine steinerne Bühne vor einer hohen Felswand. Freitreppen, Kolonnaden
und Terrassen gliedern den Bau in abgestufte Ebenen. Reliefs erzählen
unter anderem von der berühmten Punt-Expedition. Gemeinsam mit dem Tal der
Könige bildet der Tempel ein eng verzahntes Ensemble, in dem Herrschaft,
Landschaft und Jenseitsvorstellung ineinandergreifen.
Ruhige Stunden auf dem Fluss – Alltag an Bord der Dahabiya
Nach dem Wechsel auf die Dahabiya verschiebt sich der Rhythmus der
Reise. Zwischen den Ausflügen von Bord – etwa zu den Stätten bei
Theben-West, Edfu, Kom Ombo, Elkab oder in die Dörfer am Ufer –
gleitet das Schiff gemächlich den Nil hinab. Segel, leises Motorengeräusch
und das gleichmäßige Strömen des Wassers bestimmen die Fahrt.
Am Ufer ziehen Dörfer, Felder und Palmeninseln vorbei, Kinder spielen am
Wasser, Viehherden werden zum Tränken geführt. An Deck bleibt Zeit für
Gespräche, Lektüre, Notizen und den Blick auf sich verändernde
Lichtstimmungen. Die Dahabiya wird zu einem verbindenden Raum
zwischen den einzelnen Besichtigungen – ein bewegliches Zuhause auf dem
Fluss.
Zwischen Gärten und Uferpfaden – die Higz-Insel
Die Higz-Insel liegt wie ein ruhiger Gegenpol zum Flussverkehr im Strom. Beim Anlegen zeigen sich ein kompaktes Dorf, Gärten, Palmen und schmale Wege zwischen den Häusern. Spaziergänge führen an Feldern, Uferbereichen und einfachen Bewässerungsanlagen vorbei. Der Blick zurück auf den Fluss mit der Dahabiya im Hintergrund macht die besondere Lage der Insel deutlich: abgeschirmt, aber eng an den Nil gebunden.
Falkengott im Stein – der Tempel von Edfu
Der Tempel von Edfu, dem Gott Horus geweiht, gehört zu den am
besten erhaltenen Kultbauten des Landes. Schon der gewaltige Pylon
vermittelt den Eindruck einer nahezu vollständigen Anlage. Dahinter folgen
Höfe, Säulensäle und Schreine in klarer Abfolge, die den Weg vom
Tageslicht in die tiefen Kulträume nachzeichnen.
Reliefs und Inschriften erzählen von Ritualen, Prozessionen und
mythologischen Kämpfen des Falkengottes. Besonders prägnant sind
Darstellungen der Auseinandersetzung zwischen Horus und Seth, in denen die
Wiederherstellung kosmischer Ordnung im Mittelpunkt steht. Der Rundgang
durch Edfu macht das Zusammenspiel von Bildprogramm und Architektur
unmittelbar erlebbar.
Doppelheiligtum über dem Fluss – Kom Ombo
Auf einer leichten Erhebung direkt über einer Nilbiegung liegt das
Doppelheiligtum von Kom Ombo. Der Tempel ist den Göttern Sobek und
Haroeris geweiht, was sich in einer doppelten Gliederung der Räume
widerspiegelt. Pylone, Höfe und Kulträume folgen parallelen Achsen, die
den Doppelcharakter in der Architektur sichtbar werden lassen.
Reliefs im Außen- und Innenbereich zeigen Opferhandlungen, Prozessionen
und Darstellungen, die oft als medizinische Instrumente gedeutet werden.
Ein kleines Museum präsentiert Krokodilmumien, die den Kult des Sobek
konkret fassbar machen. Die exponierte Lage über dem Fluss verleiht
Kom Ombo eine besondere Präsenz im Reiseverlauf.
Granitinseln und Staudamm – Assuan am Katarakt
Rund um Assuan verdichtet sich die Landschaft in Form von
Granitinseln, Felsen und breiten Wasserflächen. In alten Steinbrüchen
zeigt der unvollendete Obelisk Schnittspuren und Risse, die den
Arbeitsprozess im Gestein nachvollziehbar machen. Blicke auf den
Kataraktbereich, moderne Staumauern und den ruhiger wirkenden Oberlauf
verdeutlichen die strategische und wirtschaftliche Bedeutung dieser
Region.
Bootsfahrten zwischen Inseln, kurze Spaziergänge an Uferbereichen und der
Wechsel von felsigen und sandigen Partien vermitteln ein vielschichtiges
Bild vom südlichen Nilraum. Assuan bildet den Ausgangspunkt für den
Besuch von Inselheiligtümern und Felsentempeln im Süden.
Felsfassaden über dem See – die Tempel von Abu Simbel
Die Felsentempel von Abu Simbel stehen heute oberhalb des
Nassersees und blicken über eine weite Wasserfläche. Die gewaltigen
Sitzfiguren an der Fassade des großen Tempels Ramses’ II. wirken trotz der
Versetzung eindrucksvoll. Der Übergang vom hellen Vorplatz in die tiefen
Innenräume verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.
Im Inneren folgen Säulensäle und Kulträume, deren Wände dichte
Bildprogramme tragen: Schlachtenszenen, Prozessionen, Götterbegegnungen.
Der kleinere Tempel mit der Fassade der Königin Nefertari ergänzt das
Ensemble um eine zweite Perspektive. Abu Simbel bildet einen
südlichen Höhepunkt der Reise, in dem Landschaft, Ingenieurleistung des
20. Jahrhunderts und königliche Monumentalarchitektur zusammenkommen.
Farben und Düfte – der Gewürzmarkt von Assuan
Im Gewürzmarkt von Assuan liegen Säcke mit Gewürzen, Kräutern und Tees in dichten Reihen. Gelbe, rote und dunkle Töne bilden ein Farbband, dessen Gerüche sich in der warmen Luft mischen. Zwischen Stoffen, Körben und Alltagswaren erklären Händler ihre Mischungen, lassen probieren und füllen Bestellungen ab. Der Markt ergänzt die monumentalen Eindrücke der Region um eine sinnliche, gegenwärtige Ebene des südlichen Nilhandels.
Inseltempel im Stausee – Philae
Der Tempel von Philae liegt heute auf einer Insel im Staubecken bei
Assuan. Die Anfahrt mit dem Boot öffnet den Blick auf Pylone,
Kolonnaden und Gebäude, die sich deutlich vom Wasser abheben. Schon die
Lage verleiht dem Heiligtum eine besondere Geschlossenheit.
Im Inneren führen Höfe, Säle und Kapellen durch ein dichtes
Reliefprogramm, das Prozessionen, Opferhandlungen und Begegnungen zwischen
König und Göttern zeigt. Wasser, Fels und Architektur stehen in einem
engen Bezug zueinander. Philae markiert einen wichtigen Abschluss
im Süden, bevor die Route wieder nach Norden in Richtung
Kairo führt.
Dorfwege am Ufer – Besuch in Ramadi
Im Dorf Ramadi führt die Reise aus Tempelhöfen zurück in den Alltag am Nil. Gassen, kleine Plätze und einfache Wohnhäuser prägen das Bild. Am Ufer liegen Boote, Wäsche hängt zwischen Palmen und Mauern, Kinder spielen am Wasser, Erwachsene arbeiten in Höfen und Gärten. Gespräche über Landwirtschaft, Schule oder Arbeit machen die heutige Lebenswelt entlang des Flusses erfahrbar.
Felsbilder und Mauerringe – Elkab am Wüstenrand
Die Region von Elkab verbindet Felsgräber, Felszeichnungen und
Siedlungsspuren. In den Gräbern am Wüstenrand finden sich Reliefs und
Malereien, die das Leben lokaler Würdenträger dokumentieren: Prozessionen,
Jagdszenen, Opferhandlungen. Aus den Grabeingängen fällt der Blick
hinunter auf Felder, Dörfer und den Nil.
Mauerringe einer alten Stadtanlage und Felsbilder mit Booten, Tieren und
Zeichen ergänzen das Bild. Elkab steht innerhalb der Reise für das
Zusammenspiel von Provinzverwaltung, lokaler Kultpraxis und
landschaftlichem Bezug. Der Ort wirkt weniger monumental als die großen
Tempel und öffnet eine differenzierte Perspektive auf das Leben in
Oberägypten.
Am letzten Tag führt der Weg zurück nach Kairo und von dort zum
Flughafen. Im Kopf ordnen sich Bilder von Pyramiden, Wüstennächten, Oasen,
Tempeln und Dörfern entlang des Nils. Die Reise endet nicht an einem
einzelnen Monument, sondern in einer inneren Karte, auf der sich
Wüstenplateaus, Flussschleifen und Stadtpanoramen überlagern.
Vom Flugzeugfenster aus ziehen die Lichter der Metropole und die dunkle
Linie des Flusses vorbei. Notizbücher, Skizzen und Fotografien werden zu
einem persönlichen Archiv dieser Wochen. Der Alltag zu Hause beginnt, doch
das neu gewonnene Bild von Ägypten bleibt als leise, aber
beständige Referenz im Hinterkopf.
| Reise Nr. | Reisedatum | Dauer | Flug | Reisepreis | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 2520337 | Sa, 6. Sep – Mo, 29. Sep 2025 | 24 T | MS/LH | 5498 Euro | freie Plätze |
| Oasen & Dahabiya Nilsegelkreuzfahrt | |||||
| Reise Nr. | Reisedatum | Dauer | Flug | Reisepreis | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 2620338 | Sa, 18. Apr – Mo, 11. Mai 2026 | 24 T | MS/LH | - | freie Plätze |
| Oasen & Dahabiya Nilsegelkreuzfahrt | |||||
| 2620339 | Sa, 5. Sep – Mo, 28. Sep 2026 | 24 T | MS/LH | - | freie Plätze |
| Oasen & Dahabiya Nilsegelkreuzfahrt | |||||
Der Zuschlag für ein Einzelzimmer (sofern gewünscht) beträgt 990 €
Mindestteilnehmerzahl: 10 Pers.
Maximalteilnehmerzahl: 18 Pers.
Änderungen vorbehalten
Die Mindestteilnehmerzahl muss bis 30 Tage vor Reise erreicht sein.