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  • Die Pyramids von Gizeh

    Der Pyramidenkomplex des Unas

    Unas, der Pharao mit dem die 5. Dynastie ausklang, ließ sich als Grabmal eine Pyramide in Sakkara nahe des Pyramidenkomplexes des Djoser errichten. Obwohl äußerlich stark verfallen, ist die Unas-Pyramide eine bekannte und beliebte Touristenattraktion, da sich in ihrem ausnehmend gut erhaltenen Inneren die ersten Pyramidentexte überhaupt befinden. Der Aufweg zum Totentempel der Pyramide ist zudem der am besten konservierte des Alten Ägypten und einer der längsten seiner Art.

    Pharao Unas

    Unas ist die gräzisierte Form des Eigennamens „Wnjs“, den sich dieser Herrscher gegeben hatte. Pharao Unas wird durch die antiken Quellen des Königspapyrus Turin und der Aufzeichnungen des Priesters Manetho eine Regierungszeit von etwa drei Jahrzehnten zugeschrieben, die sich ungefähr in die Zeit von 238–2350v.Chr. oder wenig später einordnen lassen. Manche Ägyptologen zweifeln diese Zahlen an und vermuten eine Regierungszeit von lediglich 15–20 Jahren. Unas folgte als neunter König der 5. Dynastie Djedkare-Asosi auf den Thron, ob er mit diesem verwandt war, ist aber nicht gesichert. Die Namen von zwei Königinnen des Unas sind überliefert, es handelt sich um Nebet und Chenut. Über die Nachkommenschaft Unas` ist bekannt, dass wohl zwei Söhne noch vor ihrem Vater verstarben, zudem hatte Unas mehrere Töchter, von denen vier namentlich bekannt sind. Mit dem Ableben Unas` endete die 5. Dynastie, mit Teti folgte ein Pharao nach, der nachweislich nicht mit seinem Vorgänger verwandt war.


    Der Pyramidenkomplex

    Der Grabkomplex des Unas umfasst alle zeittypischen Elemente dieses Bautypus: Die Hauptpyramide, eine Nebenpyramide, Toten- und Taltempel samt Aufweg sowie eine 7m hohe Mauer, die den Pyramidenbezirk umgab. Als Standort seiner letzten Ruhestätte wählte Unas eine Stelle unmittelbar am Pyramidenkomplex des berühmten Djoser gelegen. Auf diesem Gelände befand sich bereits ein Grab aus der 2. Dynastie, dessen Unterbau teilweise unter der Pyramide noch nachweisbar ist. Ob es allerdings zur Zeit der Erbauung der Unas-Pyramide noch offen sichtbar war, also bewusst überbaut wurde, ist nicht klar.

    Die Hauptpyramide

    Mit einer ursprünglichen Seitenlänge von 57,8m und einer Höhe von 43m (bei einer Neigung von 56°) ist das Grabmal des Unas die kleinste Pyramide des Alten Reiches. Sie trägt den Namen: „Die Stätten des Unas sind vollendet/schön“ (nfr-swt Wnjs). Ihr Kern bestand aus insgesamt sechs Stufen, ausgeschichtet aus lokalem Gestein, die sich nach oben hin verjüngen, während die Ummantelung aus feinem, hellem Tura-Kalkstein gefertigt war. Der äußere Erhaltungszustand der Pyramide ist heute leider äußert schlecht. Steinräuber nutzten vor allem die Verkleidungssteine für neue Bauten, ohne deren Schutz der Innenkern der Witterung ausgesetzt war und (noch immer) ist, sodass die ursprünglich pyramidale Gestalt heute eher einem unregelmäßigen Schutthügel gleicht. Lediglich an wenigen Stellen ist das ursprüngliche Mauerwerk ein paar Lagen hoch erhalten. An der Südseite der Pyramide ist bis heute eine Inschrift sichtbar, in der davon berichtet wird, das Chaemwaset, Hohepriester und Sohn Ramses des Großen, die Pyramide des Unas restaurieren ließ.

    Das Innere

    An der Nordseite der Pyramide auf Bodenniveau führt ein absteigender Schacht 14,3m in eine erste Kammer von 2,47x2,08m² Fläche. Von dort aus setzt sich der Schacht weitere 14,1m geradlinig fort, wobei drei Granit-Fallsperren passiert werden. Er mündet in die Vorkammer (Fläche 3,75x3,08m²), die sich exakt unter der Hauptachse der Pyramide befindet. Von der Vorkammer geht nach Westen hin ein Lagerbereich mit drei Nischen ab; östlich von ihr liegt die Grabkammer mit Bodenmaßen von 3,08x7,3m². Sowohl die Vor- als auch die Grabkammer sind mit einem Giebeldach gefertigt worden. Der Gang und sämtliche Innenräume sind mit feinem Kalkstein verkleidet, eine Besonderheit weist der westliche, hintere Bereich der Grabkammer auf, der mit weißem Alabaster ausgekleidet ist. In der Begräbniskammer befindet sich noch in situ der Sarkophag König Unas`, er ist aus Grauwacke in rechteckiger Form ohne jegliche Verzierung gefertigt und nimmt, quer in der Kammer stehend, fast deren gesamte Breite ein. An seinem Fußende befindet sich eine Vertiefung für das Kanopengefäß des Herrschers, in dem dessen Eingeweide konserviert waren. Im Inneren der Pyramide machte die moderne Forschung fast keine Funde, Grabräuber waren ihr schon längst zuvorgekommen. Lediglich im Sarkophag fanden sich Knochenfragmente, diese können König Unas jedoch nicht zweifelsfrei zugeordnet werden.

    Das Dekorationsprogramm

    Die Grabkammer, Vorkammer und Teile des Ganges, der auf Letztere zuführt, sind mit fein gemeißelten Hieroglyphen verziert, welche Sprüche der Pyramidentexte wiedergeben. Diese Texte sind die ältesten bekannten der altägyptischen Liturgie und finden sich erstmals in dieser Pyramide, ihr Ursprung ist jedoch früher anzusetzen. Nach Unas wurden weitere Pyramiden bis in die Zeit der 8. Dynastie hinein mit diesen Texten versegeb, in veränderter Form wurden sie noch zur Zeit des mittleren Reiches als Sargtexte genutzt. Inhaltlich leiten die Sprüche der Pyramidentexte den verstorbenen Herrscher auf seiner Reise durch die Unterwelt an, die er unterstützt und versorgt von den Jenseitsgottheiten vornimmt. Die Texte sind nach ihren Inhalten geordnet auf die Wände aufgeteilt, gegliedert in Oberthemen wie Schutz, Opfer oder Identifizierung des Königs mit Göttern.
    Die Dekoration des Inneren der Unas-Pyramide ist auch deshalb speziell, da seit der Pyramide Djosers sämtliche Pyramiden komplett undekoriert belassen worden waren. Insgesamt 283 Sprüche des Korpus der Pyramidentexte, das an die tausend Sprüche umfasst, zieren das Innere der Pyramide des Unas, wobei alle Hieroglyphen in sattem Blau ausgemalt sind, das sich vielerorts erhalten hat.
    Als Beispiel sei an dieser Stelle Spruch 171 der Pyramidentexte genannt, der an der Nordostecke der Hauptkammer von Unas-Pyramide eingemeißelt wurde. Er ist adressiert an die Himmelsgöttin Nut und identifiziert Unas mit dem Gott der Unterwelt, Osiris, auch nimmt er Bezug auf das Totengericht:

    „Nut, das ist dein Sohn, Osiris, den du am Leben erhalten hast. Er lebt! Er lebt! Dieser Unas lebt! Er ist nicht tot, dieser Unas ist nicht tot! Er ist nicht untergegangen, dieser Unas ist nicht untergegangen! Er wurde nicht gerichtet, dieser Unas wurde nicht gerichtet! Er urteilt, dieser Unas urteilt!“

    Neben den Pyramidentexten weist das Innere der Unas-Pyramide zwei weitere Arten von Dekoration auf: Die Giebeldecken der Vor- und Hauptkammer sind mit regelmäßig angeordneten Sternenreihen, ausgemalt ebenfalls in blauer Farbe, vollständig verziert. Eine Besonderheit stellt der Bereich um den Sarkophag dar, dieser ist mit einer vor das eigentliche Wandgestein gesetzten Alabasterverkleidung verschalt, die eine Dekoration in Form von stilisierten Schilfmatten aufweist und auffällig bunt erscheint mit roter, gelber, schwarzer und weißer Bemalung.


    Die Nebenpyramide

    Vor der Südwestecke der Hauptpyramide liegt, von einer eigenen Mauer eingefasst, die einzige Nebenpyramide des Unas-Komplexes, die heute größtenteils zerstört ist. Ursprünglich hat ihre Seitenlänge und Höhe wohl etwa. 11,5m betragen. Unter der Pyramide führt ein Gang in die ost-westlich ausgerichtete Hauptkammer, die eine Fläche von 5x2,5m² aufweist. Da sich keinerlei Spuren einer Bestattung gefunden haben, handelt es sich bei dieser Pyramide vermutlich um eine Kultpyramide, wo mutmaßlich eine Statue des Herrschers aufgestellt gewesen sein könnte. Die Königinnen von Pharao Unas, Chenut und Nebet, wurden nicht in eigenen Pyramiden, sondern in einer nördlich des Totentempels gelegenen, aufwändig gestalteten Doppelmastaba beigesetzt.

    Der Totentempel

    Unmittelbar an der Ostseite der Pyramide liegt deren Totentempel, wo Rituale für den verstorbenen Herrscher von Priestern vollzogen wurden, um dessen Fortbestehen im Jenseits zu sichern. Leider ist dieser heutzutage großflächig zerstört, seine ursprüngliche Form konnte jedoch rekonstruiert werden. Der Aufbau des Totentempels folgt klar erkennbar dem Tempel, den Unas Vorgänger Djedkare-Asosi als Teil seines Pyramidenkomplexes errichten ließ. Ein Durchgang aus rötlichem Granit, der heute noch erhalten ist, markiert das Ende des Aufwegs, der in den Totentempel mündet. Das Kultpersonal betrat zuerst die Ost-Süd orientierte Vorhalle, die beidseitig von Magazinen gesäumt war. In gerade Linie nach Süden hin Richtung Hauptpyramide folgte ein offener, säulenumstandener Hof. Die Säulen mit Kapitellen in Papyrusform waren aus rotem Granit gefertigt; teilweise wurden sie in Tanis, einer späteren Hauptstadt, wiederverwendet und finden sich heute u.a. im Louvre ausgestellt. Vom Hof aus erreichte man eine schmale, quergelagerte Halle, von der aus seitlich die Nebenpyramide sowie der Umgang der Hauptpyramide zugänglich waren. Das Innere des Totentempels konnte anhand einer Treppe, ausgehend von der Mitte der Querhalle, betreten werden. Zunächst gelangte man in eine Kapelle, an deren Hinterseite sich fünf Statuennischen befanden. In südwestlicher Richtung der Kapelle lag die quadratische Vorkammer, deren Dach von einer einzelnen Säule aus wertvollem Quarzit getragen wurde, sowie das Allerheiligste, eine ost-westlich ausgerichtete Kammer mit Scheintür. Neben den genannten Räumen weist auch der hintere Bereich des Totentempels mehrere Lagerräume auf, angeordnet beidseitig des Allerheiligsten, sowie an der Nordseite des inneren Komplexes.

    Der Aufweg

    Der Aufweg, der vom Taltempel zum Totentempel führt ist heute noch in ausnehmend gutem Zustand verglichen mit den Aufwegen anderer Pyramidenkomplexe des Alten Reiches. Er folgt einem natürlichen Wadi und weist daher zwei Windungen auf anstatt, wie sonst üblich, geradlinig konstruiert zu sein. Der Aufweg hin zur Unas-Pyramide ist ungewöhnlich lang mit ca. 720–750m, was in etwa der Läge des Pendants des Grabbezirks von König Cheops entspricht. Um ein waagerechtes Fundament zu erhalten, wurde das natürliche Bett mit Gestein verfüllt, wobei u.a. Blöcke aus dem benachbarten Djoser-Bezirk verwendet wurden, was darauf schließen lässt, dass jener zur Zeit der Erbauung des Aufwegs bereits mindestens teilweise verfallen sein musste. Darüber hinaus wurden auch Blöcke aus nahegelegenen Gräbern als Füllmaterial zweckentfremdet. Rekonstruktionen nehmen eine Mauerhöhe von ca. 4m an mit einer -dicke von bis zu. 2m, bei einer Wegbreite von rund 2,65m. Der Aufweg war ursprünglich auf der gesamten Strecke mit Steinplatten abgedeckt, lediglich ein schmaler Spalt in der Mitte blieb frei, um Licht zu spenden. Auf einem kleinen Teilstück lässt sich die einstige Konstruktion heute noch nachvollziehen, dort wurde der Aufweg in seiner Gesamtgestaltung rekonstruiert. Die Wände des Weges waren überreich mit bunten Reliefs verziert, Teile davon haben sich erhalten. Sie zeigen Szenen aus vielen Bereichen des Lebens, wie Getreideernte, Schmiedearbeiten, Transport von Baumaterialien, Darbringungen von Opfern, Darstellungen von Fremdvölkern und Kriegsszenen bis hin zu Abbildungen exotischer Tierarten. Exzeptionell ist die Darstellung hungernder Beduinen, die Deutung dieser Szene ist in der Forschung umstritten. Das Dach des Aufwegs war, ähnlich dem Pyramideninneren, mit Sternen auf blauem Grund verziert, wovon vereinzelte erhaltene Farbreste zeugen. An der obersten Biegung des Weges liegen an dessen Außenseite zwei fein ausgekleidete Bootsgruben mit Längen von 45m, die Platz für je eine Ritualbarke boten, wie sie z.B. von Cheops bekannt ist. Ehemals waren sie mit Kalksteinplatten abgedeckt, bei der Auffindung der Gruben durch Ägyptologen enthielten diese jedoch keinerlei Funde mehr. Der Aufweg endet zum Totentempel hin an einem Granittor, dessen hieroglyphische Inschrift darauf hinweist, dass es erst von Teti, dem Nachfolger Unas`, errichtet wurde.

    Der Taltempel

    Begibt man sich heute zur archäologischen Stätte Sakkara, fallen gegenüber des Ticketschalters im Tal die Überreste eines Tempelbaus mit Palmsäulen auf. Es handelt sich um den Taltempel des Unas-Komplexes, der teilweise restauriert wurde. Er wurde am Ende eines natürlichen Wadis errichtet mit Anschluss an einen See und verfügte über eine Schiffsanlegestelle. Der Tempel war von Osten her betretbar, ein offener Hof mit acht Palmsäulen bildete den Eingangsbereich. Zwei Seiteneingänge im Norden und Süden, erreichbar über Rampen, wurden von je zwei Säulen flankiert, wobei die im Süden heute noch sichtbar sind. Ein schmaler Gang führte vom Hof aus in zwei schmale in Nord-Süd-Richtung orientierte Vorkammern. Von der nördlichen Kammer gelangte man über einen weiteren Raum, von dem abgewinkelt nach Nordwesten der Aufgang abging, die Hauptkultkammer. An deren Rückseite befanden sich drei Nischen, eine Hauptkultnische mittig flankiert von zwei kleineren, die der Aufstellung von Kultbildern dienten. Südlich der Kultkammer schlossen sich drei schmale Lagerräume an.


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