- Studien- & Rundreisen
- Kombireisen
- Jugendreisen
- Länder der Pyramiden
- Nahe Osten
- Äthiopien
- Arabien
- Alle Afrika Termine
- Reiseinformationen
- Welterbe Ägypten
- Landesinformationen
- Sehenswürdigkeiten
Cheops gilt nach allgemeiner Lehrmeinung als zweiter Pharao der 4. Dynastie, sein Vater war wohl Snofru, seine Mutter Hetepheres. Cheops kann eine Regierungszeit von mehreren Jahrzehnten zugeschrieben werden, der Priester Manetho gibt 63 Regierungsjahre an, der Turiner Königspapyrus rechnet ihm 23 Jahre zu, der griechische Historiker Herodot 50 Jahre. Die moderne Forschung geht von einer Regentschaftsdauer von 34–46 Jahren aus, um die Jahre 2620–2580v.Chr. Der ägyptische Eigenname „Chnum-chuf“ kann mit „Chnum ist sein Schutz/Chnum beschützt mich“ übersetzt werden. Bei Chnum handelt es sich um den widderköpfigen Schöpfergott, der gemäß altägyptischem Glaubens die Menschen auf seiner Töpferscheine geformt und zum Leben erweckt hat. Der heute geläufigere Name „Cheops“ ist die griechische Version, welche durch den berühmten Historiker Herodot von Halikarnossos (5. Jh.v.Chr). überliefert wurde. Der Herrscher hatte, wie zu seinen Lebzeiten üblich, mehrere Gemahlinnen, gesichert ist seine Ehe mit Meritites I. sowie wahrscheinlich die mit Henutsen; vermutet werden weitere Ehefrauen. Aus diesen Verbindungen entstanden zahlreiche Nachkommen, darunter die Nachfolger auf dem Thron Ägyptens Djedefre (Radjedef) und Chephren sowie einige weitere Prinzen, außerdem die Prinzessinnen Hetepheres II. und Meresanch II. Lediglich eine gesicherte Darstellung Cheops hat die Jahrtausende überdauert, es handelt sich um eine winzige Sitzstatue aus Elfenbein, 7,6cm hoch und 2,5cm breit, aufgefunden 1903 in Abydos. Der König wird mit roter Krone abgebildet, seine rechte Hand hält, vor die Brust gelegt, eine Geißel als Herrschaftssymbol. Eine Inschriftenzeile auf dem Thron nennt den Horusnamen Cheops. Fragmente von drei Statuen und ebenso vielen Statuenbasen lassen sich zudem mit recht hoher Wahrscheinlichkeit Cheops zuschreiben; weitere Identifikationen von Bildnissen mit Cheops basieren lediglich auf stilistischen Annahmen und sind nicht gesichert. Politische und gesellschaftliche Ereignisse während der Regierung des Pharao lassen sich heute nur noch schlecht fassen, Felsinschriften belegen drei Handelsexpeditionen nach Libyen und den Sinai. Die Bautätigkeit Cheops ist bis heute eindrucksvoll in Gizeh erfahrbar, dort ließ er die größte Pyramide überhaupt, eines der antiken 7 Weltwunder, errichten. Cheops ist eine Hauptfigur in der Erzählung des Papyrus Westcar aus der 13. Dynastie, der die fiktive Begegnung des Pharao mit einem Zauberer wiedergibt, der Aussagen über die Zukunft tätigt. Die griechischen Geschichtsschreiber Herodot und Diodor zeichnen ein düsteres Charakterbild Cheops, der die Götter schmähte, sein Volk ausbeutete und moralisch verwerflich handelte, diese Schilderungen sind aufgrund des zeitlichen Abstandes von rund zwei Jahrtausenden und der überspitzen Darstellung jedoch nicht als reales Porträt des Herrschers zu verstehen.
Auf dem Felsplateau von Gizeh, ca. 20km südwestlich von Kairo gelegen, ließ König Cheops einen Baukomplex von gigantischem Ausmaß errichten. Alles überragte das Grabmal des Herrschers, die Hauptpyramide mit angeschlossenem Totentempel, den drei vorgelagerten Königinnenpyramiden und der Kultpyramide. Östlich und westlich der großen Pyramide befanden sich ausgedehnte Friedhöfe (der Südfriedhof entstand erst nach der Lebzeit Cheops), wo Mitglieder der Königsfamilie und hohe Beamte bestattet wurden. Zudem fanden sich auf dem Areal mehrere große Bootsgruben, aus einer von diesen stammt die bekannte Sonnenbarke des Cheops. Der gesamte Pyramidenkomplex trägt den Namen „Achet Chufu- Horizont des Chufu“.
Die Pyramiden des Gizeh-Plateaus sind das einzige noch existierende der 7 antiken Weltwunder und Weltkulturerbestätte. Die Pyramide des Cheops ist die größte Pyramide unter diesen und die größte Ägyptens überhaupt. Der gigantische Grabbau bestand ursprünglich aus etwa 2,5 Mio.m³ Gestein bei einer Grundfläche von 230,4m² war er ehemals 146,6m hoch (heute noch 138,8m) mit einer Neigung von 51°. Als erster unter den Königen der 4. Dynastie wählte Cheops das Felsplateau von Gizeh als Standort für seinen Grabkomplex, wo sich bis dato lediglich Mastabagräber aus der Zeit der 1.–3. Dynastie befanden. Das Plateau war wegen des felsigen, stabilen Untergrunds und nahegelegener Steinvorkommen perfekt geeignet für den Bau eines weitläufigen Pyramidenkomplexes. Das lokale Gestein diente als Baumaterial in Form der Steinblöcke, die den Kern der Pyramide bilden, während hochwertiger Granit aus Assuan (für die Innenbauten) und feines Kalkgestein aus Tura (für die äußere Verkleidung) auf dem Nil zum Bauplatz befördert wurden. Als Basis der Pyramide diente ein natürlicher Felskern, um den herum der Boden eingeebnet und mit einer Basis aus Tura-Kalkstein versehen wurde, wobei die Ausrichtung der Pyramide mit hoher Präzision exakt nach den vier Himmelsrichtungen erfolgte. Die bis zu 3t schweren Blöcke, welche für den Kern des Bauwerks verwendet wurden, sind mittels Mörtel in wohl 210 Stufen übereinander angeordnet worden, von denen heute noch 203 erhalten sind. Die obersten Lagen sowie der Abschlussstein, das Pyramidion, fehlen. Die Verkleidung der Pyramide aus hellem, feinem Kalkstein fiel beinahe gänzlich dem Steinraub zum Opfer, lediglich in der untersten Lage finden sich wenige Reste davon.
Das Innere der Cheops-Pyramide besteht aus mehreren, teils einzigartigen und rätselhaften Kammern, Gängen und Schächten. Wie zur Lebzeiten des Herrschers üblich, gibt es keinerlei Dekorationen oder Inschriften im Inneren der Pyramide. Der ursprüngliche Zugang liegt an der Nordseite der Pyramide leicht östlich der Mittelachse auf ca. 17m Höhe. Er ist durch dachartig in zwei Reihen übereinander angeordnete Steinblöcke heute leicht erkennbar. Frühe Grabräuber gelangten wohl durch diesen Zugang in die Pyramide, später wurde er jedoch verschlossen und geriet in Vergessenheit. Der moderne Einstieg erfolgt durch einen Tunnel unterhalb des eigentlichen Eingangs, der nicht Teil der ursprünglichen Pyramide war und nachträglich aus dem Gestein geschlagen wurde. Der Überlieferung zufolge soll er im 9. Jahrhundert unter dem abassidischen Kalifen Al-Ma’mun angelegt worden sein, es ist jedoch wahrscheinlicher, dass die Arbeiter lediglich einen bereits bestehenden Grabräubertunnel nutzten und erweiterten.
Vom ursprünglichen Eingang aus führt ein absteigender Gang von 1,1m x 1,2m über eine Länge von 28,2m auf die aufsteigende Passage. Von diesem Knotenpunkt aus gelangte man, dem absteigenden Gang weiter folgend, nach ca. 30m in eine unterirdische Kammer, die im Felskern der Pyramide liegt. Die Kammer ist unvollendet geblieben, vollständig ausgeführt hätte sie 14,0x7,2m² Grundfläche bei einer Höhe von 5,3m gemessen. Von ihrer südöstlichen Ecke geht ein schmaler Gang Richtung Süden ab, wozu dieser diente (und ob er tatsächlich zur Zeit der Erbauung entstand oder nachträglich von Grabräubern geschaffen wurde) ist unklar. Auch die Deutung der Kammer selbst ist ungewiss, sie mag Bezüge zur Unterwelt und der ägyptischen Gottheit Sokar herstellen. Ein unregelmäßiger, enger Schacht (0,66m x 0,68m) verbindet den absteigenden Korridor mit der großen Galerie. Seine Funktion ist unbekannt, daher trägt er Bezeichnungen wie „Brunnenschacht“, „Grabräuberschacht“ oder „Luftschacht“, je nachdem welche ursprüngliche Nutzung angenommen wird.
Der moderne Zugang, der „Al-Ma’mun Stollen“, führt auf den aufsteigenden Gang hin, dessen Beginn bis heute durch drei Granitfallsteine blockiert ist, daher führt der Stollen im Bogen an diesen vorbei. Der aufsteigende Korridor misst 1,1m in der Breite (lediglich im Bereich der Fallsteine ist er etwas schmaler) bei 1,2m Höhe und ist 37,8m lang. An seinem Ende beginnen ein horizontaler Korridor, der zur Königinnenkammer weiterleitet sowie die Große Galerie. Letztere ist ein eindrucksvolles Konstrukt, das als Kraggewölbe konzipiert ist, das bedeutet, dass die Langseiten der Galerie in mehreren Lagen (insgesamt 7) jeweils minimal (um etwa 8cm) nach innen versetzt angeordnet sind, den oberen Abschluss bilden Decksteine. Die Galerie hat eine maximale Höhe von enormen 8,7m, der Boden besteht aus einem vertieften Gang von 1,5m Breite, der beidseitig von niedrigen, schmalen „Bänken“ (Maße 0,52x0,52m²) flankiert wird. Die Seitenwände der Galerie weisen regelmäßig eingebrachte, parallele Vertiefungen auf, dies führte die moderne Forschung zu der Annahme, dass die Galerie dazu diente, die schweren Granitfallsteine, welche zum Verschluss der aufsteigenden Passage dienten, zu sichern. Zu diesem Zweck befanden sich ehemals Holzbalken in den Vertiefungen, von denen aus Seile zu den Blockiersteinen führten.
Die große Galerie ist durch einen knapp 7m langen Gang mit der Königskammer verbunden, der ein annähernd quadratisches Maß von 1,05x1,11m² aufweist. In einer Ausbuchtung nach oben befanden sich drei Sperrblöcke aus Granit, welche die Königskammer abriegelten. Als Befestigung dienten Rundhölzer und Seile. Bruchstücke der Granitblöcke konnten aufgefunden werden. Der Gang mündet in die nordöstliche Ecke der Grabkammer, auch Königskammer genannt. Sie ist ost-westlich orientiert und besteht gänzlich aus fein polierten rötlichen Rosengranitblöcken. Anders als damals für pyramidale Grabkammern üblich, hat sie kein Giebeldach, sondern einen horizontalen Deckenabschluss. Über der Kammer, nicht sichtbar, liegen fünf Entlastungskammern, in denen interessante Baumarkierungen entdeckt wurden. Die letzte Ruhestätte König Cheops misst 5,2m in der Breite, bei 10,5m Länge und 5,8m Höhe. Der Sarkophag des Herrschers befindet sich noch in situ an der hinteren Schmalseite der Kammer, er ist aus einem einzelnen Granitblock gefertigt und weist eine schlichte rechteckige Form ohne Verzierungen auf. Seine Ausmaße von 0,99x1,05x2,3m³ bedingen, dass der Sarkophag bereits beim Bau der Grabkammer dort eingebracht worden sein muss, da er nicht durch die Gänge passt. Bei der Öffnung des Sarkophags durch Grabräuber wurde eine Ecke des Sargs beschädigt und der Deckel entwendet. Ägyptologen konnten keinerlei Funde mehr machen.
Vom Beginn der Großen Galerie aus führt ein horizontaler Gang in eine weitere Kammer, bei einer Länge von 38,2m misst der Gang 1,1m x 1,2m. Zur Königinnenkammer hin ist das Bodenniveau des Ganges leicht abgesenkt, eventuell befand sich dort ein Granitfußboden, den Steinräuber entfernten. Die Kammer selbst diente sicherlich nie der Bestattung einer königlichen Gemahlin, der Rufname hat sich jedoch erhalten. Die Kammer liegt exakt auf der Ost-West-Achse des Grabbaus, sie hat Maße von 5,8x5,3m² Grundfläche bei einer Maximalhöhe von 6m. Sie ist mit einem Giebeldach (dem frühesten seiner Art in einer Pyramide) aus Tura-Kalkstein versehen, auch die Wände bestehen aus diesem Material. Auffällig ist eine Nische an der Ostwand der Kammer, die in Kragbauweise errichtet ist, vergleichbar der Deckenkonstruktion der Großen Galerie. Die 4,7m hohe und 1m tiefe Nische diente mutmaßlich der Aufstellung einer ka-Statue Cheops, dann hätte sie die Funktion eines Serdabs gehabt und sollte das Weiterleben des Herrschers über den irdischen Tod hinaus garantieren. Vom hinteren Ende der Nische führt ein Gang knapp 15m in den Pyramidenkern, ob er teils ursprünglich angelegt oder von Grabräubern geschlagen wurde, ist nicht geklärt.
Sowohl von der Königs- als auch von der Königinnenkammer gehen von der Nord- und Südwand auf ca. 1m Höhe schmale, aufsteigende Schächte ab. Diese wurden mit Hilfe von Robotern aufwändig untersucht, wobei man auf Blockiersteine traf. Die Schächte der Königskammer führen bis zu den Außenseiten der Pyramide, die der Königinnenkammer enden etwa 15m davor im Pyramidenkern. Zwei Thesen zur Interpretation der Schächte werden diskutiert: Die Schächte könnten entweder religiöser Natur sein und dienten dem Aufstieg der Seele Cheops zu den Sternen oder sie dienten ganz einfach der Luftzufuhr während der Errichtung der inneren Kammern der Pyramide.
Die gesamte Pyramide wurde ursprünglich von einer meterhohen, am oberen Ende gerundeten Mauer vollständig umschlossen. Der daraus resultierende, etwa 10m tiefe Umgang zwischen Hauptpyramide und Mauer war mit Kalksteinblöcken gepflastert und enthielt Vorrichtungen um Regenwasser abzuleiten. Eine weitere niedrige und sehr grobe Ummauerung stammt wohl aus späterer Zeit. Der Totentempel war an die Ummauerung der Pyramide an deren Ostseite angeschlossen, war also baulich nicht unmittelbar mit dem Grabmal verbunden. Heute sind noch Reste des schwarzen Basaltbodens des Tempels sichtbar. Ansonsten ist der Totentempel beinahe vollständig von nachkommenden Generationen abgetragen und wiederverwendet worden. Es lässt sich ein querrechteckiger Bau von 52,4x40,3m² Fläche rekonstruieren, der von Osten über den Aufweg her zugänglich war. Zentrales Element war ein offener, allseitig von Steinpfeilern umstandener Hof, an dessen Rückseite sich die Hauptkultstätte befand. Ob diese aus Nischen für Kultstatuen oder Scheintüren bestand, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Ein kleiner Durchgang an der nordwestlichen Ecke des Tempels führte in den Umgang der Pyramide. Die Innenwände des Totentempels waren ursprünglich mit feinen Reliefs verziert, wenige Bruchstücke davon blieben erhalten, sie bilden u.a. religiöse Feste ab.
Der Aufweg, welcher Tal- und Totentempel verband, ist bis auf den östlichsten Teil, der in den Totentempel mündet, nicht erhalten. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot beschreibt ihn (mit einem zeitlichen Abstand von zwei Jahrtausenden) als gedeckt, mit schönen Reliefs verziert und rund 650m lang; die Bauzeit soll ein Jahrzehnt betragen haben. Auch über den Taltempel Cheops ist fast nichts bekannt, er liegt heute unter besiedeltem Gebiet, Überreste eines Basaltbodens sollen von ihm stammen.
Drei Königinnenpyramiden liegen vor der Ostseite der Hauptpyramide, ca. 56m von dieser entfernt, wobei die südlichste über die Grundfläche der großen Pyramide hinaus ragt. Von Norden nach Süden tragen sie die Bezeichnungen GI-a, GI-b und GI-c. Baulich sind diese Pyramiden nicht in den Hauptkomplex um Große Pyramide, Totentempel und Aufweg eingebunden, sie bildeten einen eigenständigen Komplex mit den dahinter liegenden Mastaba- und Schachtgräbern der Königsfamilie. Der schlechte Erhaltungszustand macht eine exakte Rekonstruktion der Königinnenpyramiden nicht möglich, sie mögen einst eine Kantenlänge von 44-48m gehabt haben bei rund 29-31m Höhe. Alle drei Pyramiden wurden, parallel zur Bauweise der Hauptpyramide, in Stufenbauweise errichtet und anschließend verkleidet. Jeweils an der Nordseite befand sich der Zugang zur Grabkammer, die über einen absteigenden Gang, der am Ende rechtwinklig nach Westen abzweigt, erreicht werden konnte. Jede der Königinnenpyramiden verfügte über eine eigene Kultkapelle, die von GI-c ist am besten erhalten, da sie zur Zeit des Neuen Reiches restauriert und bis in die 26. Dynastie ausgebaut und als Isis-Heiligtum weiter genutzt wurde. Es ist nicht festzustellen, welche königlichen Damen aus der Zeit Cheops in den Pyramiden bestattet waren, am wahrscheinlichsten erscheinen Hetepheres (die Mutter des Cheops), des weiteren Königin Meritetes und Königin Henutsen. Zwei Gruben für Ritualbarken befinden sich zwischen den Pyramiden, ob beide diesen zuzuordnen sind oder die südliche auf die Nebenpyramide Bezug nimmt, ist unklar.
Erst verhältnismäßig spät, 1992, wurde die Kultpyramide des Cheops-Komplex entdeckt. Ihre Überreste befinden sich an der Südostecke der Hauptpyramide zwischen deren Umfassungsmauer und den Königinnenpyramiden GI-b und GI-c. Der Fundort war lange von einer modernen Straße überbaut, erst nach deren Verlegung wurde die Pyramide von einem Forschungsteam um Zahi Hawass entdeckt. Bis auf wenige Blöcke und Teile des Fundaments ist die Nebenpyramide kaum erhalten, sie maß ehemals 21,8m an der Basis und war mit Tura-Kalkstein verkleidet. Der bei der Auffindung nahezu gänzlich freiliegende Unterbau bestand aus dem typischen Zugang an der Nordseite, einem in die Tiefe führenden Gang und der rechtwinklig zu diesem gelagerten Grabkammer (Maße: 8x3,5m²). Die Grabkammer unterscheidet sich in ihrer Form klar von denen der Königinnenpyramiden, da sie nicht rechtwinklig angelegt war, stattdessen trafen die inneren Wände aufeinander, vergleichbar einem Hausdach. Um die Kultpyramide Cheops für Besucher besser kenntlich zu machen, wurde ihre Grundform wenige Lagen hoch nachgebildet. Aufsehen erregte der Fund des recht gut erhaltenen Pyramidions, des Abschlusssteins der Kultpyramide, es handelt sich um das zweitälteste jemals entdeckte.
Die sogenannten Kultpyramiden (oder auch Südgräber, nach ihrer typischen Lokalisierung südlich der Hauptpyramiden) waren ein klassischer Bestandsteil der Pyramidenkomplexe des alten Reiches, sicherlich spielten sie eine Rolle im Totenkult des Herrschers. Theorien zufolge könnten dort ka-Statuen der Pharaonen aufgestellt gewesen sein, mit Bestimmtheit lässt sich die genaue Funktion dieser verkleinerten Pyramiden jedoch nicht beweisen.
Insgesamt sieben Bootgruben befinden sich in der Umgebung der Cheops-Pyramide. Zwei vor der Südseite, zwei seitlich des Totentempels, zwei zwischen den Königinnenpyramiden und eine seitlich des Aufwegs vor dem Totentempel. In Gestalt und Größe unterscheiden sich die Gruben stark voneinander, die Größte misst knapp 50m in der Länge bei 7m Breite. Einzigartig ist eine Treppenkonstruktion, die in die Grube am Aufweg hinabführt. Alle Schiffsgruben waren ursprünglich mit Steinplatten abgedeckt und damit unkenntlich gemacht. Diese Sorgfalt der damaligen Baumeister sorgte dafür, dass die Bootgruben an der Südseite erst 1954 entdeckt wurden, eine Sensation: Beide Gruben enthielten tatsächlich hölzerne Barken. Die Forschung konzentrierte sich zunächst auf das Schiff in der östlichen Grube. Um dieses zu bergen, restaurieren und rekonstruieren zu können, wurde über der Fundstelle ein Pavillon errichtet. Die Entfernung der durchschnittlich 15t schweren und 4,5m langen Verschlussblöcke dauerte bis ins Folgejahr an. Das Holzboot war in insgesamt 1224 Einzelteile zerlegt, seine Bergung und Rekonstruktion nahm die Zeit bis 1982 in Anspruch, seit diesem Jahr wurde es unter der Bezeichnung „Sonnenbarke des Cheops“ im Pavillon, dem Barkenmuseum, ausgestellt. Das Boot misst 43,4m Länge bei einer Höchstbreite von 5,9m, es besteht überwiegend aus Zedernholz, verfügt über mehrere Ruder, eine Kabine und einen Baldachin. 2021 wurde das Boot in das neu errichte Grand Egyptian Museum überführt und das Barkenmuseum an der Pyramide abgebaut. Auch das zweite Boot, welches sich in der westlichen Grube an der Südseite befand, soll im GEM ausgesellt werden, seit 1992 wird daran gearbeitet. Wozu die Holzbarken im Umfeld der Pyramiden vergraben wurden, ist nicht gesichert, mutmaßlich sollten sie dem verstorbenen Herrscher dazu dienen, die Gewässer der Unterwelt zu durchqueren oder der Himmelsfahrt des Sonnengottes Re beizuwohnen; einer anderen Theorie zufolge könnte mit der Barke am Aufweg die Königsmumie zur Pyramide transportiert worden sein.