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    Die Grabanlage des Maya und der Merit in Sakkara

    Südlich der berühmten Djoserpyramide in Sakkara, der Nekropole des altägyptischen Verwaltungssitzes Memphis, befindet sich die Grabstätte des Maya und dessen Frau Merit. Das Grab ist der Zeit des Neuen Reiches, genauer der 19. Dynastie zuzuordnen und weist eine einzigartige Besonderheit auf: Die Grabkammer ist vollständig mit farbigen Reliefs geschmückt. Bei allen anderen Gräbern derselben Zeitstufe in Sakkara blieb sie undekoriert.

    Maya und Merit

    Maya war Beamter des ägyptischen Staatsapparates, seine Tätigkeit ist mutmaßlich unter Echnaton in Tell el-Amarna belegt, dort entstand für ihn ein erstes Grabmal, das später aufgegeben wurde. Während der Regierung Tutanchamuns stieg Maya zu einem der ranghöchsten Beamten auf, er bekleidete einige der wichtigsten und prestigeträchtigsten Verwaltungsämter des Reiches, darunter das des Schatzhausvorstehers, Gouverneurs, Träger des königlichen Siegelringes, Aufseher der Arbeiten im Tal der Könige, Wächter der Geheimnisse des Palastes, Favorit des Königs und viele weitere. Gemeinsam mit General Haremhab und Wesir Eje gehörte er zum engsten Zirkel des Pharao Tutanchamun. Auch nach dessen Tod blieb er für die nachfolgenden Könige bis zur Regierungszeit Haremhabs, während derer er verschied, tätig. Merit, die den religiösen Titel Sängerin des Amun trug, war die Frau Mayas, zwei Töchter des Paares sind belegt. Merit überlebte ihren Mann und wurde anschließend gemeinsam mit diesem in Sakkara bestattet.

    Die Geschichte des Grabes

    Bereits in der Antike muss das Grab Mayas und Merits ausgeraubt worden sein. 1843 wurden die oberirdisch gelegenen Teile der Anlage erstmals von dem deutschen Ägyptologen Lepsius wissenschaftlich untersucht und dokumentiert, Teile des Reliefschmucks wurden dabei nach Berlin gebracht (wo sie zur Zeit des 2. Weltkrieges schwere Zerstörungen erlitten). Die genaue Lage des Grabes geriet danach in Vergessenheit, Sandmassen verschütteten es. 1974 begann ein Zusammenschluss von britischen und niederländischen Ägyptologen unter Aufsicht der ägyptischen Antikenverwaltung mit einer Kampagne zur Wiederauffindung der Begräbnisstätte. Nach jahrelangen Arbeiten auf dem Arreal, wo das Grab vermutet wurde, gelang 1986 endlich dessen Entdeckung: Durch den Grabräuberschacht einer benachbarten Grabanlage gelangten die Forschenden in die Begräbniskammer Mayas und Merits. In den fünf folgenden Jahren wurde die Anlage sorgfältig restauriert und schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    Beschreibung der oberirdischen Grabanlage

    Das Grab Mayas und Merits muss einst äußerst eindrucksvoll gewirkt haben, sein Stil ist an den Millionenjahrhäusern Thebens, Tempel für den Totenkult orientiert. Dementsprechend erscheint der Aufbau der Grabanlage wie die eines religiösen Baus: Auf einen Pylon folgt ein offener Hof von dem aus eine von Magazinräumen flankierte Passage in einen weiteren Säulenhof führt, an dessen Ende drei Kapellen liegen. Die Anlage ist nach Westen hin orientiert, etwa 44m lang und an ihrer breitesten Stelle 16m weit. Maya und Merit ließen ihre Grabstätte in Sakkara zeitgleich mit der General Haremhabs (des späteren Pharaos) errichten, nur wenige Meter von dieser entfernt und in einem beinahe identischen Architekturstil

    Pylon und Tor

    Der mächtige Pylon, der den Zugang zum Grab bildete, war ursprünglich 16m lang, knapp 4m breit und zwischen 7-8m hoch. Er bestand aus Lehmziegeln, während der zentrale Durchgang aus Gestein gefertigt war. Der Pylon ist etwa halbhoch rekonstruiert worden, das repräsentative Mitteltor auf voller Höhe von rund 3,5m. Der Durchgang ist gänzlich mit herrlichen Reliefs verziert: Die Türflügel zeigen den Grabherrn Maya sitzend mit dem Sechem-Szepter, einem Machtsymbol in der Hand, vor einem Tisch mit Opfergaben. Die Seiten der Passage zum Hof zeigen je eine überlebensgroße Bildszene und darunter einen kleinformatigen Bilderfries. An der Nordseite ist der Totengott Osiris thronend in einem Schrein abgebildet, vor ihn treten in Anbetungshaltung Maya und Merit, vor dem Gott sind Kanopen, welche die Horussöhne repräsentieren und die Eingeweide der Verstorbenen enthielten dargestellt. In der Szene darunter bringen neun Gabenträger Opfer für die Verstorbenen heran, darunter Schlachttiere, Früchte und Backwaren. Die Personen sind durch Inschriften teilweise namentlich gekennzeichnet, es handelt sich um Familienmitglieder Mayas und hohe Beamte.

    Auf der Südseite stellt das große Bildfeld den mit Ehrengod (einer Verdienstauszeichnung in Form von Goldkragen) behangenen Maya dar, der von seiner Frau Merit und einer weiteren Dame (eventuell deren Mutter, begrüßt wird). Stark verkleinert ist hinter Maya dessen Halbbruder Nahuher dargestellt. Hieroglyphische Inschriften erläutern die Szenerie, sie geben den Willkommensgruß der Gattin wieder und eine Rede Mayas, in der er sich an die Lebenden wendet, die sein Grab besuchen würden. Der Fries darunter bildet Gabenträger ab, die unter Aufsicht eines Beamten Gold und luxuriöse Handschuhe herbeibringen. Die Türpfosten der Innenseite zeigen erneut den sitzenden Grabherren, der die Götter Osiris und Re durch die beigeschriebenen Texte preist. Der Türstürz bildet den Schatzvorsteher und seine Frau kniend vor dem schakalgestaltigen Gott Anubis ab.

    Der erste Hof und die Statuenpassage

    Das Tor im Pylon führt in einen offenen Hof, der die Form eines Trapez mit 13x14m aufweist. An dessen hinteren Ende standen einst fünf Papyrusbündelsäulen, eine davon wurde rekonstruiert, von den übrigen sind lediglich die Basen sichtbar. Im Bereich der Säulen war der Hof überdacht und gepflastert. Die Reliefdekoration des Hofes ist beinahe gänzlich verloren, zusätzlich zu dieser war wohl einst eine großformatige Doppelstatue, die Maya und Merit sitzend darstellt unter den Säulen aufgestellt; sie befindet sich heute im Leidener Antikenmuseum.

    Zwei weitere Sitzstatuen der Grabbesitzer waren am Ende der Passage aufgestellt, die zum zweiten Hof weiterleitet; in situ verbliebene Statuenbasen bezeugen dies. Besagte Bildnisse werden ebenfalls im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden ausgestellt. Die Passage hat Ausmaße von 7x4,4m, beidseitig wird sie von Magazinräumen flankiert, die nach oben hin eine halbrunde Form bilden.

    An der südlichen Außenseite der Ummauerung des Grabbezirks, auf Höhe der Magaznräume befinden sich zwei kleine Kapellen, in einer davon wurde eine Kalksteinstele entdeckt, die von einem Priester namens Yamen aufgestellt worden ist. Er war für den Totenkult der Grabherren verantwortlich, Darstellungen auf der Stele zeigen ihn opfernd vor Maya und Merit (die Beitexte nennen ihre Namen) , sowie vor Osiris.

    Der zweite Hof und die Kapellen

    Der zweite Hof war allseitig von insgesamt zwölf Papyrusbündelsäulen umstanden, die überdachte Gänge bildeten. Eine dieser Säulen wurde rekonstruiert, in ihrem oberen Bereich unter dem Kapitell ist ein ungewöhnliches, horizontales Inschriftenband eingraviert; von weiteren zehn Säulen existieren lediglich noch die Basen. Im Hof befindet sich der Zugang zum unterirdischen Kammersystem, welches nicht für Touristen zugänglich ist, die dort befindlichen Reliefs wurden in neu angelegte, unterirdische „Grabkammern“ im ersten Hof überführt, da die ursprüngliche Grabstätte sehr schlechte Erhaltungsbedingungen aufweist, die eine Rekonstruktion in situ unmöglich machen. An der Südseite des Säulenhofes befindet sich eine stark beschädigte Doppelstatue Mayas und Merits; ähnlich dem Exemplar in Leiden bildet sie die Grabinhaber sitzend ab. Die Wandreliefs des Hofes sind an einigen Stellen (die heute teils mit Holzverschlägen geschützt werden) noch erhalten geblieben (oder können aus den Zeichnungen Lepsius` rekonstruiert werden) , sie bilden ein breites Spektrum an Bildszenen etwa Maya und Merit, denen Opfer gebracht werden, Maya, der den Göttern huldigt und opfert oder sie zeigen Familienangehörige des Paares. Darüber hinaus sind abgebildet: Der Begräbniszug Mayas, in welchem drei Statuen des Grabherren mitgeführt werden, Maya überwacht Tributlieferungen, Maya betet die Göttin Hathor in Kuhgestalt an, sowie Opfertiere und deren Schlachtung. An vereinzelten Stellen haben sich Reste der ursprünglich farbigen Bemalung der Reliefs erhalten so etwa Brraun- und Blau- sowie Rottöne.

    Die Rückseite des Hofes öffnet sich zu drei Kapellen hin, die zentrale ist größer und tiefer als die seitlich von ihr gelegenen. In den Kapellen wurden die zur Weiterexistenz der Verstorbenen im Jenseits benötigten Rituale und Opfer vollzogen, ihnen kam also eine wichtige Stellung zu. Die Kapellen waren mit Reliefs geschmückt, deren Fragmente in das Kairoer Museum verbracht wurden.

    Die unterirdischen Grabräume

    Der Abstieg zum unterirdischen Grabsystem erfolgte ursprünglich über einen Zugang im zweiten Hof, ein bereits vorhandenes Schachtsystem einer Grabanlage des Alten Reiches wurde bis in 21,5m Tiefe erweitert mit Räumen und Korridoren auf zwei Ebenen. Drei Kammern weisen Dekoration in Form von großformatigen Reliefszenen auf, einzigartig für ein sakkarisches Grab dieser Zeitstufe. Da die natürlichen Bedingungen eine Restauration der originalen Kammern nicht erlaubten, wurden die Reliefplatten der dekorierten Kammern in neu angelegte Räume transferiert, die unter dem ersten Hof gegraben wurden. Korridore und Verbindungswege zwischen den Räumen sind nicht original rekonstruiert, sondern stark verkürzt worden, auch befinden sich die Kammern nun gut erreichbar nur wenig tief im Erdboden, nicht wie zuvor in über 20m Tiefe. Wie im Originalzustand nimmt die Deckenhöhe zu den hinteren Grabkammern stetig leicht ab (ein der Tempelarchitektur entlehntes Phänomen).

    Die Dekoration weist eine Besonderheit auf: Es wurden nur sehr reduziert Farben verwendet, auf hellem Grund dominiert vor allem ein Gelbton, der für alle Figuren und Hieroglyphen verwendet wurde. Gelb, bzw. Gold, galt den alten Ägyptern als Farbe der Sonne, das Fleisch der Götter bestand in ihrer Vorstellung aus diesem Material. Zusätzlich wurde für Details wie etwa Augen oder Bärte schwarz verwendet. Tatsächlich kam als dritte Farbe ein dunkles Blau hinzu, das beispielsweise für Haare und Schmuck Verwendung fand, dieser Farbton ist jedoch über die Jahrtausende beinahe vollständig verblasst. Sämtliche Wände sind mit farbigen Reliefs verziert, während die Decken undekoriert blieben.

    Erster Raum

    Der vorderste Raum ist eine Art Vorzimmer zu den dahinter gelegenen Bestattungskammern (ursprünglich lag ein Korridor zwischen diesem Raum und den beiden hinteren), er ist nicht vollständig rechteckig misst demnach ca. 2,4x3,2m bei 2,2m Deckenhöhe. Die Dekoration des ersten Raumes ist etwas weniger sorgfältig und qualitätvoll ausgeführt, als die der hinteren Räumen, es fehlen etwa Details in den Perücken, oder Textzeilen sind nicht perfekt gerade ausgerichtet.

    Die Türpfosten sind mit einem Lob auf Osiris beschriftet. Die Nordwand zeigt die Grabherren Maya und Merit anbetend vor Osiris stehen, dem sie Gaben auf einem Opfertisch bringen. Der Gott der Unterwelt thront mit seinen üblichen Herrscherinsignien Krummstab und Wedel in den Händen; hinter ihm steht seine Schwester Nephtys, ein Lebenssymbol empor haltend. Die Ostwand bot den Durchgang zu den Grabkammern, der nach der Bestattung zugemauert und dekoriert wurde, Plünderer zerstörten diese Barriere. Heute ist dieser Bereich an anderer Stelle in den Kammern rekonstruiert worden, das Relief zeigte zunächst den thronenden Gott Sokar, wurde aber nachträglich zu einer Darstellung des gelagerten Totengottes Anubis umgeändert. Links des Durchgangs steht die Göttin Isis, welche von Maya (auf der gegenüberliegenden Seite des Durchbruchs) und Merit angebetet wird. Die Darstellung Merits befindet sich um die Ecke auf der Südwand, gehört aber eindeutig zu der Szenerie, welche an der Ostwand beginnt, kein untypisches Phänomen für Dekorationen des Neuen Reiches. Mittig in der Südwand befand sich am ursprünglichen Standort ein Zugang zu einer Seitenkammer, darüber zeigt der Türstürz zwei liegende Anubiten. Rechts von der Öffnung beginnt eine Szene, die sich bis auf die Westwand erstreckt: Die stehenden Gottheiten Nut und Osiris werden von Maya und Merit angebetet.

    Zweiter Raum

    Links seitlich des Zugangs vom ersten Raumzeigt ein Bildfeld in 3 übereinander angeordneten Registern vignette 151a aus dem Totenbuch. Das obere und untere Register zeigen jeweils den gelagerten Schakalgott Anubis zwischen zwei Horussöhnen, den Schützern der Eingeweide des Verstorbenen. Mittig kümmert sich Anubis in anthropomorpher Form um den aufgebahrten Leichnam Mayas, links und rechts der Bahre knien Isis und Nephthys. Die Südwand füllt eine großformatige Szene: Von links stehen Merit und Maya vor dem thronenden Osiris, hinter diesem befinden sich die Göttinnen Nut, Isis und Nephthys. Rechts des Durchgangs zum vorderen Raum begint eine Darstellung , die sich über zwei Raumecken von Teilen der Westwand über die gesamte Nord- und Ostwand zieht. In der Ostwand befindet sich der Durchbruch zum hintersten Begräbnistraum, welcher nach der Grablegung verschlossen und dekoriert wurde, darüber zeigt der Türstürz zwei sich zugewandte, liegende Schakale. Rechts des Zugangs bilden vertikale Hieroglyphenzeilen einen Hymnus an den Unterweltsgott Osiris. Das durch Grabräuber zerstörte Bild, welches den Durchgang verschloss wurde restauriert und im Übergang zum dritten Raum angebracht. Das Relief bildet Maya und Merit vor Osiris ab, dazwischen eine Lotusblüte, auf der die vier Horussöhne stehen. Über Osiris sind der Falkengott Sokar auf einer Kapelle und ein Paar Udjat Augen dargestellt. Die Nord- und Teile der West und Ostwand stellen das verstorbene Ehepaar vor den Göttern dar, von der Westwand ausgehend sind der Schakalköpfige Gott Upuaut (auch: Webwawet) und der Falkenköpfe Sokar nach rechts schreitend vor dem Schatzverwalter und seiner Frau dargestellt, die sie anbeten. Mittig in der Nordwand, rechts der zuvor beschriebenen Darstellung, ist der vermauerte Durchgang zu einer Nebenkammer mit einem Motiv versehen worden, dass die göttlichen Schwestern Isis und Nephtys zeigt (in deutlich kleinerem Format als die sie umgebenden Figuren), über ihnen auf dem Türsturz befindet sich wiederholt die Abbildung zweier gelagerter Anubiten. Die übrige Wand ist um die angrenzende Ecke herum mit Maya und Merit vor dem Erdgott Geb dekoriert.

    Dritter Raum

    In der hintersten der Grakammern wiederholen sich einige der zuvor im zweiten Raum beschriebenen Szenen, so Vignette 151a aus dem Totenbuch (an der südlichen Westwand) und die Grabherren vor Osiris, Nut, Isis und Nephthys (an der Rück- und Ostwand). Ein Bilderzyklus mit neuen Motiven überzieht die restliche Grabkammer von der nördlicher Westwand zur Nordwand. Dargestellt ist Maya vor Osiris, dahinter ist ein Motiv, dass auf dem verschlossenen Zugang zu einem kleinen Annex aufgemalt wurde, es zeigt, wie im Raum zuvor, Isis und Nephthys unter zwei Anubiten. Die restliche Wandfläche ziert die Darstellung des verstorbenen Paares, vor Anubis stehend.

    Die Bestattungen und Grabbeigaben fielen Grabräubern zum Opfer. Lediglich Fragmente von Särgen, Schmuck, Holzmöbeln und Keramikscheiben geben Hinweise auf die ursprüngliche Ausstattung der Grabanlage. Von den Mumien der Bestatteten, die von Plünderern entwendet wurden, blieben nur kleinste Überreste. Aus diesen konnten Wissenschaftlern folgendes ableiten. Neben einer Frau und einem Mann (wohl den Grabherren) wurden zwei weitere Personen eine weiblich, eine männlich im Grab bestattet. Es könnte sich, erschlossen vom Sterbealter, um den Bruder Mayas, Nahuher und die Mutter Merits, Henutiunu, handeln. Untersuchungen ergaben eine enge Verwandtschaft der männlichen Skelette.

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