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Im nördlichen Sakkara, der Nekropole des altägyptischen Verwaltungssitzes Memphis wurde 1964 eine Grabstäte entdeckt, deren Wandbilder sie einzigartig machen. Es handelt sich um die Mastaba der Beamten Nianchchnum und des Chnumhotep.
Bei Arbeiten am Aufweg, welcher die Pyramide und den Totentempel König Unas‘ mit dessen Taltempel verbindet, wurden Blöcke einer Mastaba, einer oberirdischen Grabanlage mit meterhohem trapezoidem Aufbau, entdeckt. Sie wurden als Füllmaterial im Fundament des Weges verwendet. Ägyptologen gelang es die Blöcke wieder zusammenzufügen und die ursprüngliche Grabanlage zu rekonstruieren. Zudem entdeckten sie, dass die Mastaba lediglich den Eingangsbereich der Grabanlage bildete, in den anstehenden Felsen dahinter setzte sich die Begräbnisstätte in Form von dekorierten Kammern fort. Inschriften wiesen die Grabinhaber als Nianchchnum und Chnumhotep aus. Diese Namen bedeuten übersetzt „Leben gehört zu Chnum“(Nianchchnum) und „Chnum ist im Frieden/zufrieden“ (Chnumhotep). Die Anlage trägt den Rufnamen „Das Grab der zwei Brüder“.
Die Grabherren übten laut der im Grab niedergeschriebenen Titulaturen die gleiche Tätigkeit aus: Sie waren für den Pharao tätig als „Aufseher der königlichen Maniküristen“ und führten den Ehrentitel „Königliche Vertraute“, zusätzlich übten sie auch ein religiöses Amt aus als „Gottesdiener des Re im Sonnenheiligtum des Nuiserre“. Ihre Lebenszeit kann auf das Alte Reich, die Zeit der 5. Dynastie, etwa 2450–2410 v.Chr. eingegrenzt werden. Ein großes Rätsel stellt die Frage dar, in welchem Verhältnis die beiden Männer zueinander standen. In ihrer gemeinsamen Grabanlage werden sie bei innigen Umarmungen dargestellt, Hände haltend und mit sich berührenden Nasen (ein Ausdruck tiefer Verbundenheit). Diese Darstellungen sind singulär in der ägyptischen Kunstgeschichte. Die Interpretationen der Wissenschat bieten mehrere Lösungsansätze: Nianchchnum und Chnumhotep könnten Brüder gewesen sein, vielleicht sogar (siamesische) Zwillinge. Auch die Theorie, dass es sich um ein homosexuelles Paar handeln könnte, wird diskutiert. Faktisch müssen die beiden Männer eine ungewöhnlich enge Verbindung gehabt haben, welcher Natur diese war, lässt sich nicht mehr mit völliger Sicherheit klären. Beide Grabherren waren verheiratet und hatten mehrere Kinder, die Familienangehörigen werden mit ihnen im Grab abgebildet. Nianchchnums Frau war Chentikawes, mit der er drei Söhne und drei Töchter hatte, sogar ein Enkelsohn wird erwähnt. Chnumhotep war mit Chenut verheiratet, das Paar hatte fünf Söhne und eine Tochter.
Das Grab gliedert sich in zwei Bereiche, die oberirdische Mastaba und die in den Fels geschlagenen hinteren Kammern. Die Mastaba ist durch einen Eingang betretbar, der von einem kleinen Vestibül mit zwei Pfeilern gebildet wird, dahinter erstreckt sich ein erster quergelagerter Raum, hinter diesem liegt eine zweite quergelagerte Kammer. Vom ersten Raum gibt es zusätzlich eine Verbindung zu einem großen, tiefen Hof, an dessen Südende das zweite Vestibül anschließt. Die folgenden Bereiche wurden aus Felsgestein herausgearbeitet, es handelt sich um eine tiefe Vorkammer und den daran angeschlossenen Opferraum. Getrennt von diesen existiert zusätzlich ein Serdab. Der Bau der Grabanlage erfolgte in bis zu drei Phasen, es gehört zu den größten seiner Zeitstufe in Sakkara. Die Wände sind mit aufwändigen Reliefs verziert, die größtenteils erhalten geblieben sind, auch Reste der ursprünglichen Bemalung finden sich noch an vielen Stellen.
Im Folgenden werden die Räume und Ihre Wandreliefs beschrieben, der Fokus liegt dabei auf bemerkenswerten, ungewöhnlichen Szenen, wie der Darstellung der Grabherren.
Die Grabanlage ist nord-südlich ausgerichtet, ihren Eingangsbereich bildet eine Vertiefung in der östlichen Ecke der Fassade der Mastaba; letztere ist 14m lang und 4m hoch. Zwei Pfeiler markieren den Zugang zum Grabinneren, sie sind mit den Titeln der Grabherren beschriftet. Der Architrav darüber nennt deren Namen, wobei der Aufbau der Hieroglyphen symmetrisch ist. Der erste Vorraum, eher ein Eingangsbereich, hat bescheidene Ausmaße von 3,5m Breite und 1,8m Tiefe bei einer Höhe von etwa 4m. Die Reliefdekorationen sind in mehreren horizontal übereinander angeordneten Registern über die Wände verteilt, wobei Ost- und Westwand (also die seitlichen Wände) dieselben Szenen zeigen, welche die Bestattung der Grabherren wiedergeben, darunter den Transport der Kultstatuen per Boot, Klagefrauen, Schlachtszenen für das Bestattungsbankett und das Herbeibringen von Opfern. Die Südwand zeigt Nianchchnum und Chnumhotep sitzend vor Opfertischen, drei Inschriftenzeilen darunter geben eine rituelle Opferformel wieder. Unter dem Text, seitlich des Durchgangs zum nächsten Raum werden die Grabherren großformatig bei der Jagd in Papyrusdickicht dargestellt, links Chnumhotep, der Fische mit einem Speere aufspießt, rechts Nianchchnum, der mit einem Wurfholz Vögel erlegt. Die Passage zum ersten Raum weist in fünf Registern Szenen auf, die abermals links Chnumhotep und rechts Nianchchnum gewidmet sind. Dargestellt sind erneut Opfer für die beiden Männer sowie der Transport von deren Statuen mit Holzschlitten zum Grab hin. An der Decke markiert ein rot bemalter rundlich geformter Steinbalken den Übergang zum nächsten Raum, er bildet eine gerollte Schilfmatte nach, die in echten Behausungen als Raumtrenner zum Einsatz kam. Auf dem Stein sind die Titel Nianchchnums und Chnumhoteps eingeschrieben.
Zur ersten Kammer hin öffnet sich die Passage zu einem breiten Zugang, wo einst eine Tür zur Abriegelung der inneren Räume angebracht war. Die Westseite dieses Zugangs ist mit Darstellungen zum Thema Korn verziert mit einer seltenen Darstellung von Getreidespeichern, dem Backen von Brot, dem Worfeln von Getreide und dem Brauen von Bier. Der erste Raum selbst misst annähernd 3,6m in der Breite, ist 1,8m tief und nahezu 4m hoch. In seiner südöstlichen Ecke befindet sich ein schmaler Gang, der in einen undekorierten Raum, der eventuell als Lager genutzt wurde, führt. Sein Ausmaß ähnelt dem des ersten Raumes, ehemals konnte dieser Bereich mit einer Tür abgetrennt werden.
Weiter ins Grab hinein leitet eine Passage an der Westseite des ersten Raumes, an deren Ende sich der große Hof befindet. Die Reliefs im ersten Raum werden nach oben hin von einem bunten geometrischen Fries eingefasst, der stellenweise erhalten ist. Die Darstellungen der Eingangswand (Nordwand) zeigen im Bereich über der Tür Nianchchnum und Chnumhotep ganz außen in ihrer Funktion als Aufseher über die Arbeiten, die zwischen ihnen abgebildet sind, unter anderem das Hüten von Ziegen, das Fällen von Bäumen, Ernte von Trauben und Feigen, Bootsbau sowie das Sammeln von Lotusblüten. Seitlich der Tür liegt der Fokus auf der Abbildung von drei Segelschiffen, dazu kommen links Szenen einer Vogeljagd. Rechts wurde die Tätigkeit von Maniküristen und Frisören verewigt, sicher in Anlehnung an den Beruf der Grabherren, die Aufseher der königlichen Maniküristen waren. Dazu kommen Bilder von Marktständen mit Fischen und Früchten, von Kupferschmieden und Stoffhändlern – alles Darstellungen eines belebten Marktes, die sich ansonsten eher selten im Grabkontext finden. Die Thematik der Ostwand ist eine völlig andere: Bestattungsriten, die von Familienmitgliedern und Priestern für Nianchchnum und Chnumhotep durchgeführt werden, sind hier vorherrschend. Ganz oben an der Wand sind die Grabherren sitzend als größte Figuren der Wand dargestellt, während unten zwei Schiffe, in denen selbige eine Reise „zu den wunderschönen Orten inmitten der Seligen“ (sprich: in die Jenseitswelt) unternehmen, die Dekoration beschließen.
Die Reliefs der südlichen Wand zeigen im oberen Bereich Nianchchnum und Chnumhotep rahmend an den Außenseiten, vor ihnen in kleinerem Maßstab die jeweils ältesten Söhne. Zwischen den Männern ist die Jagd auf Fische und Vögel abgebildet. Das Bildfeld neben der Passage zum Vorratsraum beginnt links mit einer großformatigen Abbildung der Grabherren: Nianchchnum, einen Stab haltend, schreitet voran, mit seiner hinteren rechten Hand ergreift er die Hand des hinter ihm gehenden Chnumhotep; erneut sind klein die jeweils ältesten Söhne als Begleiter Teil der Szenerie. Vor dem beschriebenen Bildfeld werden in vier Registern Güter bzw. deren Produktion gezeigt, darunter Stapel von Früchten, Weinherstellung, die Präsentation von gefangenen, wohl zur Domestikation angedachten Wildtieren wie Antilopen und Gazellen und Waren, die verpackt per Boot gebracht werden.
Die Darstellungen der westlichen Wand teilen sich auf insgesamt 10 Register auf, unterbrochen durch die Passage zum Hof. Abgebildet sind das Verschiffen von Ölen, Jagd auf Wüstentiere, Obsternte und Weinproduktion.
Zum Innenhof gelangt man mittels einer lediglich 60cm breiten Passage, die beidseitig dekoriert ist mit parallelen Szenen, die rechts Nianchchnum und links Chnumhotep als Hauptfigur zeigen. Die Darstellungen sind mit „Reise in den schönen Westen“ (was die Jenseitswelt meint) überschrieben, abgebildet sind drei Frauen und ebenso viele Schatzmeister, die Waren tragen. Darüber, höchst ungewöhnlich, ist der Grabherr kniend und mit Beamtenstab in einer Art niedrigem Korb, der von zwei Eseln getragen wird, die Aufseher der Tiere sind, zusätzlich abgebildet. Tatsächlich sind, gemäß der Beischrift, alle Figuren Richtung Westen hin ausgerichtet. Der offene, lichtdurchströmte Hof bildet einen starken Kontrast zu den kleinen, dunkleren Grabräumen. Die Höhe beträgt hier etwa 4,2m, die Wände sind ungleich lang mit Maßen von 3,6m (Nord) 3,45m (Süd), 6,75m (Ost) und 6,9m (West). Ein Abfluss zum Ablaufen von Regenwasser befindet sich bei der nördlichen Mauer. Der Hof scheint gänzlich undekoriert gewesen zu sein, jedenfalls konnten keine Blöcke mit Reliefs diesem Bereich zugeordnet werden. An der rückwärtigen, südlichen Schmalseite des Hofes führt ein aufwändig mit Bildschmuck gestalteter Durchgang weiter in den inneren Grabbereich, dessen Bodenniveau höher liegt als das des Hofes. Vermutlich befand sich hier daher ursprünglich eine Rampe (heute geregelt durch drei Treppenstufen).
Der am Südende des Hofes gelegene Vorraum ist lediglich 2,3m breit und 1,4m tief bei 3,7m Höhe, ihm sind zwei Halbpfeiler vorgesetzt. Die Innenseiten der Pfeiler listen beidseitig den jeweiligen Haupttitel der Grabherren auf, darunter ist je einer der beiden stehend mit Beamtenstab abgebildet. Zwischen den Halbpfeilern zeigt der innenliegende Architrav, wie Nianchchnum und Chnumhotep das Heranbringen von Ochsen beaufsichtigen.
An der Ostwand nimmt eine großformatige Darstellung Chnumhoteps viel Raum ein, er blickt in Richtung Hof, vor ihm steht in kleinem Format seine Frau Chenut, die als Hathor- und Neithpriesterin tätig war. Dem Paar werden wilde Tiere wie Gazellen, Antilopen und eine Hyäne präsentiert. Die gegenüberliegende Westwand bietet beinahe das gleiche Motiv, nur sind es hier Nianchchnum und dessen Frau Chentikawes (ebenfalls eine Hathorpriesterin), denen Wildtiere (in diesem Fall ausschließlich Huftiere) gebracht werden.
Die Südwand bietet den Durchgang zu den innenliegenden Felskammern, dieser ist gerade einmal 0,6m breit bei 2,2m Höhe. Darüber ist auf voller Breite ein Bildfeld zu sehen, das links und rechts von den sitzenden Grabherren, welche sich gegenüber sitzen, gerahmt wird; dazwischen bringen vier Priester reiche Opfer für die Verstorbenen dar. Seitlich der Tür sind erneut Nianchchnum und Chnumhotep sich gegenüberstehend abgebildet, diesmal in ihrer priesterlichen Funktion mit einem Pantherfell bekleidet, mit Perücken und zeremoniellem Bart, Schmuckkragen, Beamtenstab und Zepter. Vor Ihnen stehen ihre namentlich benannten ältesten Söhne, wobei der Sprössling von Nianchchnum weitaus älter zu sein scheint als der von Chnumhotep.
Der innere, 0,9m tiefe Durchgang ins Innere wird erneut von einem steinernen Rundbalken, der an eine gerollte Matte erinnern soll, überdeckt. Auf ihm werden mit lediglich sieben Schriftzeichen die Namen der Grabherren in einer verkürzten Schreibweise wiedergegeben, wobei die Hieroglyphe für den Gott Chnum, die Bestandteil beider Namen ist, mittig steht, so gesehen eine verschmolzene Schreibart, welche die tiefe Verbindung der Männer erneut betont. Das Zeichen für Chnum kann auch als vereint, verbunden, befreundet gelesen werden, so dass die Zeile auch als „vereint in Leben und Frieden“ übersetzt werden kann, ein altägyptisches Wortspiel mit schöner Bedeutung. Die östliche Seite der Passage bildet in drei Registern eine Bestattungsprozession mit Priestern ab, die Opfer tragen; darunter zwei Ochsen mit ihren Hütern. Die Reliefs der gegenüberliegenden Wand zeigen die gleichen Szenen.
Im Vergleich zu den Räumen der Mastaba ist die Deckenhöhe der in den Felsen geschlagenen Kammern nur noch halb so hoch mit knapp 2m. Die vordere Kammer ist 7,6m tief und 2,3m breit, wobei die Reliefverzierungen erst auf einer Höhe von 0,8m beginnen, der untere Bereich war ursprünglich nur mit breiten farbigen Streifen bemalt, die heute beinahe vollständig verblichen sind.
Die Nordwand ist mit Szenen geschmückt, die in vier Registern die Ernte und das Verarbeiten von Getreide wiedergeben, dieses wird letztlich gewogen und von Beamten registriert. Die Wand an der Gegenseite wird durch eine kleine Opfernische im nordöstlichen Teil durchbrochen, darüber und seitlich von dieser gliedern vier Register die Darstellungen. Die beiden Grabherren sind präsent dargestellt jeweils einmal stehend und einmal sitzend. Sie überschauen Szenen, die Ernte und Handwerk beinhalten, auch eine Parade ist abgebildet. Die Erntebilder zeigen die Arbeit mit Ochsen und Eseln, Korn und Flachs werden gesät, beziehungsweise geerntet und bevorratet. Die Darstellung aus dem Umfeld des Handwerks zeigen Bildhauer, die Statuen fertigen, ebenso wie Schmiede bei der Verarbeitung von Gold, des Weiteren Juweliere und Schreiner. Das letzte große Thema der Wanddekoration ist eine Parade aus 30 Frauen, die den Verstorbenen Gaben wie Fleisch, Bier, Gemüse, Früchte Backwaren und lebendige Tiere bringen, um deren Versorgung im Jenseits sicherzustellen.
Die Südwand der ersten Felsenkammer ist in drei Register unterteilt, das oberste schmückt eine großformatige Darstellung Nianchchnums und Chnumhoteps. Die Grabherren sind sitzend dargestellt, hinter Nianchchnums sitzt zudem seine Frau. Das mittlere Register bildet Musiker ab, darunter Harfen- und Flötenspieler, ein Klarinettist und mehrere Sänger. Darunter zeigen Reliefs Tänzer und Tänzerinnen, unter anderem die Tochter Nianchchnums, Hemetre.
Eine Besonderheit weist die Westwand auf. Neben den üblichen Darstellungen im oberen Wandbereich ist hier auch die untere Zone, welche sonst nur Streifendekor aufweist, dekoriert in Form von fünf Scheintüren. Die Südhälfte der Wand wird von zwei Durchgängen durchbrochen, die in den Opferraum führen, der Zwischenraum bildet eine Art Pfeiler, der die Grabherren in inniger Umarmung zeigt. Den oberen Abschluss der Wand bildet eine Auflistung wertvoller Öle, die für Nianchchnum und Chnumhotep bestimmt sind. Links des hinteren Durchgangs zeigt der Türpfosten drei Bestattungspriester mit Opfergaben. Das zentrale Motiv zwischen den Türen zeigt die Grabherren stehend, hinter ihnen mehrreihig ihre Kinder, die Ehefrauen sind nicht dargestellt. Nianchchnum und Chnumhotep tragen weiße Schurze und sind mit Halskragen geschmückt. Ersterer steht vor Letzterem, die Männer sehen sich an und sind sich so nah, dass sich ihre Nasen berühren. Nianchchnum hält mit seinem linken Arm den Oberarm Chnumhoteps, dieser legt seine rechte Hand auf die Schulter seines Gegenübers. In der ägyptischen Darstellungswelt ist eine solch enge, nahezu intime Umarmung ungewöhnlich. Nianchchnum wird von drei Söhnen und drei Töchtern begleitet dargestellt, bei Chnumhotep befinden sich fünf Söhne und eine Tochter.
Die nördliche Hälfte der Westwand ist zwei zentralen Themen gewidmet, zum einen der Jagd im Papyrusdickicht zum anderen der Viehhaltung, unter diesen Darstellungen befinden sich die Scheintüren. Davon wurden vier vollständig in Relief ausgeführt, eine fünfte jedoch unvollständig gelassen. Die Scheintüren dienten dem Opferkult von Nianchchnum und Chnumhotep, sowie von Hemre, dem Sohn Nianchchnum und dessen Ehefrau Tjeset. Die Durchgänge zum Opferraum stehen in Zusammenhang mit den Scheintüren und zeigen dementsprechend Züge von Opferträgern und Tiertreibern, die Güter für die Versorgung der Verstorbenen herbeibringen.
Die zweite große Felsenkammer, der sogenannte Opferraum, misst 3,2x2,3m bei einer Deckenhöhe von 2,1m. Die einzige Darstellung der Ostseite befindet sich zwischen den beiden Durchgängen auf einer Art Pfeiler von 0,9m Breite. Großformatig sind ausschließlich Nianchchnum und Chnumhotep, stehend und einander umarmend im Relief abgebildet, sehr ähnlich der Darstellung auf der Westwand des Vorraums. Erneut ist die Umarmung innig, die Nasen der Männer berühren sich. Die Sockelzone ist mit breiten Farbstreifen dekoriert, die an dieser Stelle ausnehmend gut erhalten geblieben sind.
Süd- und Nordwand bilden spiegelbildlich beinahe dieselbe Szene ab: Jeweils einer der Grabinhaber sitzt auf einem Stuhl, während vor ihm von Oberpriestern auf einem Tisch Brote aufgetürmt werden und Diener Rinder und Antilopen schlachten. Eine Beischrift listet weitere Opfergaben wie Geflügel, Salbölgefäße und Bierkrüge auf.
Die Westwand wird zur Gänze von den Scheintüren Nianchchnums und Chnumhoteps eingenommen, die südliche Tür Nianchchnums wurde leider stark beschädigt, die Chnumhoteps ist jedoch gut erhalten. Beide Scheintüren waren durch einen gemeinsamen, heute nur noch teilweise erhaltenen, Türsturz verbunden. Der obere Bereich zeigte jeweils den Grabherren vor reichen Opfern sitzend, die Türwangen bildeten ebenfalls den Verstorbenen ab, jeweils in Richtung des Inneren der Tür gewendet. Eine Inschriftenzeile verlief waagerecht darüber, eine weitere senkrecht zwischen den Türpfosten. Zwischen den beiden Scheintüren sind ein letztes Mal Nianchchnum und Chnumhotep abgebildet, die einander umarmen.
Hinter dem Opferraum befindet sich eine gänzlich zugemauerte, nicht zugängliche, undekorierte Kammer, das Serdab, wo die Statuen der Grabherren aufgestellt worden waren. Diese sind nicht erhalten, sondern fielen Grabräubern zum Opfer.
Im Boden der Ersten Felsenkammer befindet sich der Zugang zum unterirdischen Teil der Grabanlage, wo die Bestattungen vorgenommen wurden. Dieser Bereich ist aus dem Felsgestein geschlagen, vollkommen undekoriert und über einen absteigenden Tunnel erreichbar. Nach 6,7m führt dieser in die erste Grabkammer neben der westlich eine weitere Grabkammer liegt. In beiden Kammern fand sich je ein schlichter, unverzierter Kalksteinsarkophag, welcher die sterblichen Überreste Nianchchnums und Chnumhoteps enthielt; leider sind diese, sowie sämtliche Beigaben, von Grabräubern entwendet worden. In der vorderen, östlichen Grabkammer fanden Ägyptologen zudem Fragmente zahlreicher Holzsarkophage, die von Bestattungen späterer Epochen stammen.