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In der Kairoer Altstadt, auf dem Saladinsplatz unterhalb der Zitadelle steht eine der bekanntesten und größten Moscheen Kairos. Der Mamlukenherrscher Sultan An-Nasir al-Hassan veranlasste die Errichtung des Gebäudes 1356, fertiggestellt wurde es 1362.
Der Sultan hat eine bewegte Lebensgeschichte, in jungen Jahren war er seinem Vater 1347 auf den Thron gefolgt, wurde jedoch nach vier Jahren abgesetzt und auf der Zitadelle festgesetzt. Getreue verhalfen ihm 1354 erneut zum Sultanat, bis er 1361 ermordet wurde, die genauen Todesumstände sind unklar, der Leichnam Sultan Hassans wurde ebenfalls nie gefunden.
Der Herrscher galt als sehr belesen und religiös bewandert, in seiner Moschee schuf er Raum für alle vier Gelehrtenschulen der sunnitisch-orthodoxen Richtung, die Hanbaliten, Maliktiten, Hanafiten und Schafi`iten. Ein ungewöhnlicher Ansatz um die Einigkeit unter den Auslegern des islamischen Rechts zu fördern, die hoch geschätzt wurden und enormen Einfluss ausüben konnten. Neben den vier Gelehrtenschulen nimmt der Standort des Mausoleum Sultan Hassans eine prominente Stellung innerhalb der Moschee ein, er ragt aus der Südfassade heraus und ist mit einer weithin sichtbaren großen Kuppel überspannt.
Das kostspielige Prestigeobjekt Sultan Hassans, die riesige nach ihm benannte Moschee, wurde nie gemäß den ursprünglichen Plänen vollendet, so wurden etwa nur zwei der vier geplanten Minarette ausgeführt, auch an der Fassade oder dem Eingangsportal gibt es unfertige Bereiche. Nichtsdestotrotz ist die Sultan-Hassan- Moschee eines der eindrucksvollsten mittelalterlichen Gebäude Ägyptens, die Fassaden sind rund 36m hoch und haben festungsartigen Charakter, das südliche Minarett ist das größte ganz Kairos.
Der Grundriss des Gebäudes ist unregelmäßig mit teils schrägen Achsen. Der Hauptzugang liegt an der nordöstlichen Ecke, durch das 26m hohe, reich verzierte Eingangsportal gelangt man in eine kleine Vorhalle mit Kuppeldach, ein Korridor leitet weiter zum Herzstück der Moschee. Dabei handelt es sich um den offenen Hof mit mittig darauf platziertem Brunnenhaus für die rituellen Waschungen. Vom Zentralhof zweigen in alle Himmelsrichtungen einseitig zum Hof geöffnete, mit Tonnengewölben überdachte Hallen (Iwane), ab. Dort konnten die Lehrer und Schüler der vier Rechtsschulen ihre Gebete verrichten und Diskurse führen. Seitlich der Hallen befinden sich fünfstöckige Gebäude, wo Wohn- und Arbeitsräume untergebracht waren, wobei jede geistige Strömung ihren eigenen, architektonisch klar definierten, Bereich hatte.
Der südliche Iwan ist der größte seiner Art im Stadtgebiet und reich verziert, ein ornamentaler großformatiger Schriftfries verläuft über alle drei Wandflächen. Besonderes Augenmerk liegt auf der nach Mekka hin ausgerichteten Rückwand, die mit geometrischem Marmordekor verziert ist und die Gebetsnische (mihrab) enthält. Diese wird mit goldenen Details betont und basiert auf vier Säulen. Direkt seitlich der Mihrab steht die mit Zinnen gestaltete Gebetskanzel, zudem befindet sich im Hauptliwan die Dikka, eine hohe Holztribüne, wo der Vorbeter seinen Platz hat.
Hinter diesem südlichen Liwan befindet sich das Mausoleum Sultan Hassans, zu dem zwei Türen führen. Der großzügige quadratische Raum von 21m Seitenlänge wird durch wenige Fenster bewusst in schummrigem Licht gehalten, er ist von einer Kuppel überdacht, wobei die Deckenhöhe bis zu 28m beträgt. Der Raum ist mehrere Meter hoch mit farbigem Marmor, der zu geometrischen Mustern angeordnet ist, vertäfelt, zusätzlich ist ein breites Spruchrelief umlaufend als Abschluss der Vertäfelung angebracht; die Kuppel selbst weist bronzenes Dekor auf. In der Raummitte umgibt ein fein geschnitztes vierseitiges Holzgitter den schlichten, leeren Sarkophag des Sultans, welcher zweistöckig in Marmor ausgeführt ist.
Die Moschee hat zwei Minarette an ihrer südöstlichen Seite, die das Mausoleum flankieren. Auffällig ist der Höhenunterschied der beiden Gebetstürme: Ursprünglich waren beide Minarette gleich hoch errichtet worden, jedoch stürzte eines davon (das Nördliche) 1659 ein und wurde lediglich in verkleinerter Form rekonstruiert.
Die originalen bronzenen Torflügel des Portals der Moschee aus dem 14. Jh. wurden auf Geheiß von Sultan al-Mu`aiyad Anfang des 15. Jh. abmontiert und am Zugang seiner eigenen Moschee angebracht.
Eines der zwei Minarette brach kurz vor seiner Vollendung 1361 zusammen, dieser Unfall verursachte rund 300 Tote. Die an die Moschee grenzende Gasse trug daraufhin lange den Namen „Straße der Erschlagenen“. Das Unglück wurde zudem als böses Vorzeichen interpretiert, da Sultan Hassan nur 33 Tage darauf ermordet wurde.
Die Sultan-Hassan-Mosche zierte bereits ehemalige ägyptische Banknoten mit dem Geldwert 100 und 10 Pfund.