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  • Ancient Hieroglyphs

    Das Grab des Cheti (BH 17)

    Grabinhaber & Architektur

    Die Grabanlage des Cheti (Titel: „Großes Oberhaupt des Gazellengaus in seiner Gesamtheit“) wird den südlichen Felsengräbern zugeordnet, ihr Bautypus entspricht dem 2. Stil, zeitlich kann sie in die 12. Dynastie datiert werden. Über die Familie Chetis ist bekannt, dass sein Vater Baket hieß, Cheti mit Chnumhotep verheiratet war und mit ihr den gleichnamigen Sohn Cheti hatte. Der Zugang zum Vorhof des Grabes ist leicht vertieft angelegt, in der hinteren Hälfte der Hauptkammer stehen parallel zur Seitenwand zwei Reihen à drei Säulen. Zwei der ehemals sechs Lotusbündelsäulen sind noch erhalten, auch Reste der Bemalung in Form von breiten Querstreifen ist auf ihnen noch sichtbar. Über jeder Säulenreihe zieht sich je ein Architrav über die gesamte Breite der Kammer, bevor er beidseitig in leicht vorspringenden Pilastern endet; die undekorierte Decke weist eine leichte Giebelform auf. In die Südwand der Hauptkammer ist die Kultnische eingelassen, vor derselben Wand befinden sich zwei Grabschächte.

    Bildprogramm

    Die Westwand zeigt links der Eingangstür, (auf der Südhälfte) in acht Registern Viehherden mit Hirten, Boote, eine Scheintür, Opferträger sowie die Schlachtung eines Rindes. Auf der anderen Türseite zeigt sich eine andere Motivik: Drei großformatige Figuren wurden direkt neben dem Türrahmen gemalt, es handelt sich um Cheti selbst beim Speeren eines Fisches, einen stehenden Mann mit Stock sowie erneut Cheti, diesmal in sitzender Position. Rechts der drei Personen ist in acht Registern der bunte Lebensraum Papyrusdickicht dargestellt, mit zahlreichen Pflanzen, Männern in Booten, Vogel- und Fischfang sowie mehreren Tieren, darunter Krokodile, Nilpferde und Wildschweine.

    Die anschließende Nordwand zeigt links des ersten Pilasters im obersten Register eine Wüstenjagd, die durch ein Netz eingepferchten Gazellen und Antilopen werden mit Pfeil und Bogen zur Strecke gebracht. Darunter gehen Männer ihren Gewerben nach, dargestellt sind Textilherstellung und -verarbeitung, Pediküre sowie Frisieren. Die folgende Bildreihe zeigt Frauen bei diversen Tätigkeiten wie Weben, Spinnen und Sport. Das nächste Register bildet zahlreiche Tänzer und Tänzerinnen ab. Die anschließene Szene ist dem Grabherren gewidmet: Ein Schrein, der die Statuen von ihm und seiner Frau enthält, ist dargestellt, davor Diener, die alles für das Begräbnis herbeischaffen (es handelt sich dabei um Beigaben wie Waffen, Kleidung oder Schmuck). Als nächstes werden erneut Handwerker bei ihrer Tätigkeit gezeigt, darunter Tischler, Maler und Bildhauer, aber auch vier Personen beim Gesellschaftsspiel. Der untere Bereich der Nordwand ist stellenweise zerstört, die noch erhaltene Malerei zeigt die Jagd auf Vögel und Fische.

    Es folgt der erste Pilaster, auf dem vertikale Farbbänder beidseitig eine Hieroglyphenzeile einrahmen, die sich über die gesamte Höhe erstreckt. Zwischen den Pilastern zeigt die Wand oben fortlaufend das Motiv der Wüstenjagd. Darunter befindet sich eine großformatige Darstellung des Cheti, stehend mit seinen Amtsinsignien Stab und Szepter, hinter ihm seine Frau, die Blüten in beiden Händen hält; drei Hunde begleiten das Paar. Über der Frau sind in kleinerem Maßstab Sänger und Harfner abgebildet, neben ihr finden sich Sumpfpflanzen und zwei Vogelfallen.

    Der letzte Teil der Nordwand ist in den oberen beiden Registern mit Darstellungen von Opferträgern dekoriert, es folgen Szenen mit Schmiedearbeiten. Darunter sind mehrere Tierherden (Huftiere und Federvieh) mit ihren Hirten abgebildet, des Weiteren ein Baum mit Vögeln und Vogelfallen.

    Die Rückwand des Grabes (Ostwand) zeigt das bereits aus weiteren Gräbern von Beni Hassan bekannte und beliebte Motiv von Männern, die sich im Ringkampf messen. 122 Paare werden in fünf Registern dargestellt. Die folgenden zwei Bildstreifen bilden ein Kampfgeschehen ab, samt einer Festung, Soldaten und Gefallenen. In der südöstlichen Ecke der Wand werden tabellarisch 112 Opfergaben aufgelistet, Darstellungen eines Opfertisches und der Schlachtung eines Rindes sind beigefügt.

    Die Südwand wird wie die Nordwand durch die beiden Pilaster in drei Abschnitte unterteilt. Der linke Abschnitt ist im oberen Abschnitt in drei Register gegliedert, die Traubenernte und Weinproduktion sowie Vogeljagd thematisieren. Der rechte Teil der Register ist abgetrennt und zeigt drei Paare, die ihre Zeit mit Spielen verbringen. Der untere Wandabschnitt zeigt großformatig Cheti mit seiner Frau, eine Darstellung sehr ähnlich der zwischen den Pilastern der Nordwand; der Grabinhaber trägt ein Pantherfell als Gewand. Der Pilaster zeigt in acht übereinander angeordneten Registern mehrere Personen bei diversen Spielen. Der Raum zwischen den Pilastern wird von einem großen Bildfeld eingenommen: Dargestellt ist Cheti, schreitend mit Szepter und Stab, hinter ihm Diener und zwei Kleinwüchsige. Vor Cheti sind dessen Haustiere, ein Pavian und drei Hunde, abgebildet. Auf dem zweiten Pilaster sind in sechs Registern je zwei Soldaten mit Ihren Waffen gemalt. Das letzte Wanddrittel beginnt im obersten Register mit einer Darstellung der Statue des Grabinhabers in einem Schrein, vor dem Tänzer kultische Tänze aufführen. Darunter befinden sich Träger von Opfergaben sowie Hirten mit ihren Rindern. Die meiste Wandfläche nimmt eine großformatige Abbildung Chetis ein, der vor einem Opfertisch sitzt. Reihen von Gabenträgern bewegen sich auf ihn zu um seine Versorgung sicherzustellen; ein Priester räuchert ihm, während ein Schreiber die Opfer notiert. Weitere Szenen thematisieren den Anbau, Ernte, Transport und Aufbewahrung von Getreide.

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