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  • Alexandria

    Stadtgeschichte

    Griechisch-römische Zeit

    Alexander der Große, der berühmte makedonische Feldherr gründete 331 v.Chr. im Westen des Nildeltas die nach ihm benannte Stadt Alexandria. Nach seinem frühen Tod, nur wenige Jahre später, fiel Ägypten seinem General Ptolemaios I. Soter (der Beiname beutet „Retter“) zu, der die Dynastie der Ptolemäer gründete, deren Regierungssitz Alexandria wurde. Ptolemaios I. förderte die Wissenschaften, er ließ eine bis dato einzigartige Forschungsstätte, das Museion einrichten, an das die berühmte Bibliothek von Alexandria angeschlossen war, Künstler und Gelehrte der griechischen Welt wie der Mathematiker Euklid, der Mediziner Erasistratos und der Maler Apelles lernten und lehrten fortan in der neuen Metropole am Mittelmeer. Unter Ptolemaios II. wurde der Pharos, der Leuchtturm von Alexandria auf der der Stadt vorgelagerten Insel Pharos errichtet. Er gilt als eines der sieben antiken Weltwunder. Bekannt ist heutzutage vor allem die letzte Regentin der Ptolemäer, Kleopatra VII., welche sich zunächst mit dem römischen Feldherren Cäsar verbündete und nach dessen Ermordung mit Marcus Antonius. Dieses Bündnis unterlag schließlich Octavian, der sich später Kaiser Augustus nennen sollte und Kleopatra beging Selbstmord. Fortan bestimmte das römische Reich die Geschicke Ägyptens, dessen Verwaltungszentrum Alexandria blieb. Im Zuge des jüdischen Aufstandes 115-117 n.Chr., während der Regierung Kaiser Trajans, kam es zu weitreichenden Zerstörungen in der Stadt. Alexandria wurde bereits früh ein Zentrum des aufstrebenden Christentums, was religiöse Konflikte zur Folge hatte in Form von Christenverfolgungen im 3. Jh., bevor Anfang des 4. Jhs. dieser Glaube zur Staatsreligion erklärt wurde. Dies wiederum hatte kurzweilig Ausschreitungen gegen pagane Stätten zur Folge; trotzdem blieb Alexandria, das mittlerweile als Bischofsstz diente, zugleich Wirkungsstäte antiker Philosophen, wie den Neuplatonikern. Nach der Trennung in west- und oströmisches Reich 395 n.Chr. gehörte die ägyptische Hafenstadt zum Herrschaftsgebiet Ostroms (Byzans) und hatte weiterhin eine bedeutende Stellung inne.

    Vom Kalifat bis in die moderne Zeit

    619 eroberten die persischen Sassaniden Alexandria, konnten es jedoch nicht lange halten und verloren die Stadt an Byzanz, das wiederum 642 von arabischen Truppen besiegt wurde. Von da an, bis heute ist Alexandria eine islamisch geprägte Stadt. Durch die Gründung der neuen Hauptstadt Kairo 969 verlor die ehemalige Metropole am Mittelmeer an Bedeutung. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Pharos-Leuchtturm durch zwei Erdbeben schwer beschädigt und letztlich im 14. Jh. abgetragen. 1047 wurde Alexandria zum Sitz der koptischen Päpste erklärt. 1365 kam es im Verlauf des alexandrinischen Kreuzzuges zur Erstürmung und Plünderung der Stadt, die jedoch nach wenigen Tagen zurückerobert werden konnten. Zahlreiche muslimische Herrscherdynastien bestimmten über die Geschicke der Stadt von den Umayyaden bis zu den Mamluken. 1517 wurde Ägypten von den Osmanen erobert, die das Land jedoch unter der Verwaltung der Mamluken beließen. Alexandria verkam schließlich zu einer Kleinstadt ohne Rang mit wenigen tausend Einwohnern. Die Lage der Stadt bedingt es jedoch, das Napoleon Bonaparte 1798 mit seinen Truppen dort landete und im Rahmen seines Ägyptenfeldzuges eroberte. 1801 wurden die französischen Besatzer von britischen Truppen vertrieben. Den Machtverlust der Mamluken nutze Muhammad Ali Pascha, der Führer einer albanischen osmanischen Garde und beanspruchte 1805 die Regentschaft des Landes unter der Hoheit der Osmanen, für sich. Es kam zu einem Aufschwung des Landes und damit auch Alexandrias, welches dank seiner Lage am Suezkanal, der 1869 eröffnet wurde, wieder zu einer wichtigen Handelsstadt aufstieg. Der zunehmende Einfluss Englands führte zu Unmut in der ägyptische Bevölkerung, der sich 1881 im Urabi-Aufstand entlud, in dessen Folge beschoss im Folgejahr eine britische Flotte Alexandria, schließlich wurde das Land von britischen Truppen besetzt. Unter britischem Einfluss hielt die Industrialisierung in Alexandria Einzug, zudem förderte die zunehmend wachsende jüdische Gemeinschaft den Reichtum der Stadt und damit weiteren Zuzug, bis in den 1950ern mehr als vier Millionen Menschen dort lebten. Heute zählt Alexandria über fünf Millionen Einwohner, ist die bedeutendste Hafenstadt Ägyptens und zweitgrößte Siedlung nach Kairo. Alexandria ist zudem Verwaltungssitz des Gouvernements Alexandrien. Der Kosename der Einheimischen für Ihre Stadt lautet: „Perle des Mittelmeeres“.

    Heute präsentiert sich Alexandria als angenehmes Reiseziel mit Mittelmeerklima, Stränden und der kilometerlangen Uferpromenade Corniche. Neben dem kulturellen Erbe der Stadt gelingt es Alexandria auch mit modernen Bauten, wie der neu gegründeten „Bibliotheca Alexandrina“ zu überzeugen. Die Hafenstadt bietet ein Bild Ägyptens das sich grundlegend von dem Kairos und den südlich gelegenen Regionen des Landes unterscheidet und seinen ganz eigenen Charme hat.

    Ausgewählte Sehenswürdigkeiten

    Der archäologische Bereich Kom el Dekka

    Im Zentrum der Stadt befindet sich ein Grabungsgelände im Bereich des Kom El Dekka (auch: Dikka), des wörtlich übersetzt, Schutthügels (oder Hügel der Bänke). 1960 stießen Bauarbeiter dort zufällig auf römische Überreste; Archäologen erforschten daraufhin das Areal und legten ein römisches Theater, eine Therme, luxuriöse Villen und einfache Wohnhäuser sowie eine Lehranstalten frei. Das Ausstellungsgelände umfasst heute auch einen Bereich, wo Funde der Unterwasserarchäologie ausgestellt sind.

    Dominant ist das halbrunde Amphitheater, es wurde im 4. Jh.n.Chr. erbaut und wurde noch bis in das 7.Jh. genutzt. Um die Bühne herum sind 13 (von ehemals wohl 16-17) Sitzreihen aufsteigend angeordnet, die rund 600 Zuschauer fassen konnten. Der Durchmesser des Zuschauerraums beträgt rund 33m. Nach oben hin bildeten Säulen aus Rosengranit, von denen wenige noch erhalten sind, einen Abschluss. Das Theater ist hauptsächlich aus Kalkstein erbaut, der stellenweise mit hellem Marmor verkleidet ist. In dem Theater konnten musikalische und poetische Aufführungen stattfinden, ebenso wie philosophische Vorträge oder Treffen von Stadträten. Das römische Theater von Alexandria ist das einzige seiner Art in ganz Ägypten; noch heute finden dort kulturelle Aufführungen statt.

    Benachbart zum Theater befinden sich mehrere langrechteckige Lehrsäle, die als Bildungsstätten für Politik, Rede und Recht dienten, sie boten je einen herausgehobenen Sitz für den Lehrenden, sowie steinerne Sitzstufen für die Studierenden. Alexandria war in der Antike eines der bedeutendsten Zentren für Gelehrte und Philosophen, diese wurden von der herrschenden Dynastie der Ptolemäer unter anderem durch den Bau der berühmten Bibliothek von Alexandria gefördert.

    Einen größeren Teil des Areals nimmt eine römische Thermenanlage ein, die aus dem spätem 4. Jh. stammt. Das Ziegelgebäude zeigt typische Elemente dieses Gebäudetyps wie das Hypokaustum, eine Heizanlage, die mit Brennöfen und Fußbodenheizung funktionierte. Die Therme beinhaltete mehrere Räume für Warm- und Kaltbäder sowie 2 Hallen für sportliche Übungen.

    Sehenswert ist die Villa der Vögel, diese römische Villa aus dem 2.Jh.n.Chr. verdankt ihren Namen einem Mosaik, auf dem mehrere Vogelarten abgebildet sind, darunter Tauben, ein Papagei und Pfau. Der Fußboden der Villa war mit weiteren, farbigen Mosaiken ausgelegt, darunter geometrische Motive.

    Das Serapeum mit Pompeius-Säule

    Im Westen Alexandrias, in Karmuz, befindet sich ein archäologischer Park, der als Freilichtmuseum die Überreste des antiken Serapis Heiligtums und die Pompeiussäule erlebbar macht. Serapis war eine als bärtiger Mann dargestellte Gottheit, die aus Aspekten der griechischen und ägyptischen Götter Osiris, Zeus, Hades und des Apis-Stiers zu Beginn der ptolemäischen Herrschaft über Ägypten etabliert wurde und deren Kultzentrum folglich der Herrschaftssitz dieser Dynastie, Alexandria war. Der früheste Serapis-Tempel wurde unter Ptolemaios I., dem Dynastiegründer, 287/6 v.Chr. errichtet, später ließ Ptolemaios III. das heilige Areal zu einer gewaltigen Tempelanlage ausbauen, die von einer 174x77m großen Umfassungsmauer umgeben war. Im Inneren befanden sich drei Kultgebäude, darunter der neue Serapis-Tempel, weiterhin eine Zweigstelle der berühmten Bibliothek von Alexandria, aber auch Wirtschafts- und Wohnräume. Leider sind heute nur noch Ruinen erhalten, ehemals maß der Haupttempel des Serapis 27x25m, in ihm befand sich die weithin bekannte, überlebensgroße wertvolle Kultstatue. Direkt neben dem Serapis-Tempel stand ein weiteres Gebäude, dessen Funktion nicht sicher geklärt ist, evtl. handelte es sich um ein Heiligtum der Göttin Isis. Das dritte größere Gebäude könnte der Vorgängerbau des Serapis-Tempels sein, es befindet sich zentral in der Umfassung.

    Im Laufe der Zeit kam es zu Zerstörungen, so dass das Serapeum in römischer Zeit, wohl unter Kaiser Hadrian, umgestaltet wurde, unter anderem wurde die Umfassung erweitert und der Serapis-Tempel neu errichtet. Berühmt ist heute die sogenannte „Pompeiussäule“. Diese weithin sichtbare, freistehende monumentale Säule im Nordosten des Serapeums misst mit Podium knapp 28m. Sie wurde laut Inschrift vom Präfekten Ägyptens zu Ehren des Kaisers Diocletian wohl um 297n.Chr. aufgestellt. Die Säule aus rotem Granit trug ursprünglich vermutlich eine Statue des Kaisers. Heute befinden zur Linken und Rechten der Säule Statuen von Sphingen auf rechteckigen Podesten. Aus römischer Zeit stammen wohl auch die unterirdischen Gänge des Heiligtums, deren Wände mit zahlreichen Nischen versehen sind. 391n.Chr. kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Paganen, die sich im Serapeum verschanzt hatten, im Zuge dieser Unruhen wurde die Zerstörung der Tempelanlage angeordnet.

    Die Festung Kaitbay

    Alexandria verfügt heute über einen West- und Osthafen, die durch einen Damm voneinander getrennt werden, dieser führt bis an die nördlich vorgelagerte Insel Pharos hera und verbindet diese mit dem Festland. Am östlichen Ende der Insel stand einst der berühmte Leuchtturm von Alexandria, nach seinem Standort auch „Pharos“ genannt. Er galt als Innovation, als berühmtes Meisterwerk der antiken Ingenieurskunst. Der unter Ptolemaios II. vollendete Turm war zweistöckig, zwischen 120-160m hoch und damit das höchste Bauwerk seiner Epoche zudem der erste Leuchtturm überhaupt. Mehrere Erdbeben sorgten im Laufe der Jahrhunderte zum Zusammenbruch des Pharos, der als eines der sieben antiken Weltwunder gilt. Im 15. Jh. soll die Festung Kaitbay auf seinen Fundamenten, oder zumindest aus Steinfragmenten des Leuchtturms erbaut worden sein; gesichert ist dies jedoch nicht, einige Wissenschaftler gehen von einem anderen Standpunkt des antiken Turms aus. Mag es sich nun an einem geschichtsträchtigen Ort befinden oder nicht, das malerisch am Meer gelegene Fort ist eie eindrucksvolle Sehenswürdigkeit. Erbaut wurde die Festung zwischen 1477 und 1479 unter dem Mameluken Herrscher Sultan el-Aschraf Saif ed-Din Qaitbay; die eigentliche, mehrstöckige Zitadelle wird von einer Festungsmauer umgeben. Sie diente dem Schutz Alexandrias vor den Osmanen. Deren Eroberung Ägyptens 1517 konnte jedoch auch die Kaitbai-Zitadelle nicht aufhalten, die einige Beschädigungen im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen dieses Jahres erlitt. Die Osmanen behielten die Festung bei; unter Mohammed Ali Pascha wurde sie ausgebaut und um moderne Kanonen erweitert. Größere Teile des Bauwerks wurden unter dem Beschuss britischer Schiffe 1882 im Rahmen der Urabi-Revolte zerstört. In der restaurierten Festung ist seit 1952 ein Marinemuseum untergebracht.

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